Am Sonntag um 19 Uhr startet die deutsche Nationalmannschaft in die Fußball-WM. Gespielt wird in der US-amerikanischen Großstadt Houston, Gegner ist der krasse Außenseiter Curaçao. Verfolgen Sie das Spiel, inklusive Vor- und Nachberichte, hier bei uns im Liveticker.
WM als Chance: Kimmich wünscht sich „positiven Patriotismus“
Deutschlands Nationalmannschafts-Kapitän Joshua Kimmich erhofft sich von der Fußball-WM auch einen Beitrag gegen die schlechte Stimmung im Land. „Selbstverständlich spüre ich die aktuelle Unzufriedenheit in Deutschland und auch, dass es politisch und gesellschaftlich ziemlich unruhig ist. Der Sport kann hier eine große Chance sein“, sagte der Profi des FC Bayern München in einem Interview der „Bild am Sonntag“ vor dem ersten WM-Spiel gegen Curaçao (19.00 Uhr/ARD und MagentaTV).
Kimmich erinnerte in diesem Zusammenhang an die Weltmeisterschaft im eigenen Land vor 20 Jahren. „Im Sommer 2006 hat die WM Deutschland extrem geholfen und verändert“, sagte der 31-Jährige. „Wir haben der ganzen Welt eine Offenheit gezeigt, die das Bild über uns bis heute prägt.“ Vielleicht könne die deutsche Mannschaft bei dieser WM „eine Botschaft nach innen ins eigene Land, anstatt nach außen übertragen“.
Persönlich wünscht sich Kimmich, dass „in Deutschland wieder ein positiver Patriotismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich sind – ohne dabei andere auszuschließen“. Er habe „oft das Gefühl, dass das aufgrund unserer Vergangenheit nicht immer möglich ist“. (dpa)
Deutschlands erster WM-Gegner: Curaçao
Curaçao ist erstmals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft dabei – und der krasse Außenseiter. Das Team aus der Karibik hat sich überraschend qualifiziert und trifft nun auf die deutsche Auswahl.
Advocaat schwärmt von Nagelsmann
Der niederländische Trainer des deutschen Gruppengegners Curaçao, Dick Advocaat, ist Fan von Bundestrainer Julian Nagelsmann. „Er ist ein exzellenter Trainer“, sagte Advocaat vor dem Spiel gegen die DFB-Auswahl am heutigen Abend in Houston, ein „fantastischer Trainer“. Wer in einem so jungen Alter Deutschlands Nationaltrainer werde, müsse etwas Besonderes haben. Nagelsmann (38) und Advocaat (78) trennen 40 Jahre – die beiden sind der jüngste und der älteste Trainer des Turniers. „Jung, berühmt“, sei Nagelsmann, sagte Advocaat, der ankündigte, die Rolle des Außenseiters zwar anzunehmen – aber deshalb noch lange nicht aufgeben zu wollen. „Wir sind ein kleines Land, aber wir wollen ihnen das Leben sehr schwer machen“, sagte der Trainer des WM-Neulings. Er erwarte, dass die DFB-Auswahl das Spiel beherrschen werde. Sein Team werde aber den Raum nutzen, den Deutschland zulasse. (dpa)
Darum gefällt Nagelsmann das 12.00-Uhr-Spiel in Houston
Fußballspiele mittags um Zwölf sind die deutschen Fußball-Nationalspieler nicht gerade gewohnt. Doch der frühen Anstoßzeit beim ersten WM-Spiel heute (19.00 Uhr MESZ) in Houston gegen Curaçao kann Julian Nagelsmann viel Positives abgewinnen. „Ich freue mich drauf, dass es sehr früh losgeht, dass wir nicht so einen langen Tag im Hotel haben und schnell auf den Platz kommen“, sagte er vor der Partie im NRG Stadium.
„Der Tag beginnt ein bisschen früher“, berichtete Nagelsmann über die kürzeren Abläufe. „Die Jungs können trotzdem so lange schlafen, dass sie ausgeschlafen sind.“ Bis 8.30 Uhr ist das Frühstück angesetzt. Im Anschluss folgt die übliche körperliche Aktivierung im Teamhotel, vielleicht auch ein kurzer Spaziergang. Nach dem „Prematch-Meal“ und einer letzten Besprechung um 9.55 Uhr geht es schließlich mit dem Mannschaftsbus zur Spielstätte.
Grundsätzlich sei es angenehm, wenn das Spiel früher anfange. „Wenn du oft abends spielst und zehn Stunden im Hotel rumhängst, bis das Spiel losgeht, ist das nicht immer super förderlich für die Spannung.“ Scherzhaft ergänzte Nagelsmann noch mit Blick auf einige Youngster im deutschen WM-Kader: „Wir haben noch ein paar Junge dabei, die vor nicht allzu lange Zeit noch bei den Junioren um 11.00 Uhr gespielt haben sonntags.“ (dpa)



