Kauczinski sieht trotz 5:0-Sieg bei 1860 München noch deutlichen Steigerungsbedarf
Kauczinski: 1860 München hat nach 5:0-Sieg noch Luft nach oben

Realistischer Blick trotz Kantersieg: Kauczinski sieht bei 1860 noch Luft nach oben

Der TSV 1860 München feierte am Dienstag einen überzeugenden 5:0-Auswärtssieg gegen Havelse, doch Trainer Markus Kauczinski bleibt auch nach diesem klaren Erfolg mit beiden Beinen auf dem Boden. Der 55-jährige Coach verbietet weiterhin jegliche Rechenspiele und sieht in seiner Mannschaft noch deutlichen Steigerungsbedarf.

Schlechter Rasen, gutes Spiel - aber kein Grund zur Euphorie

"Der Rasen schlecht, das Spiel gut, der Sieg hoch" - so könnte man den Abend in Niedersachsen zusammenfassen. Doch für Kauczinski ist dies noch lange keine Erfolgsgarantie für die kommenden Wochen. "Wir müssen eh schnell und einfach spielen", erklärte der Trainer und verwies darauf, dass feinstes englischen Grün dafür nicht notwendig sei. Über den "wahrscheinlich schlechtesten Platz der Liga" gab es für ihn "kein großes Gerede" mehr.

Wichtiger war dem gebürtigen Gelsenkirchener das mitgenommene Gefühl des Triumphes: "Man merkt, wie die Spieler gejubelt haben, wie befreit sie waren." Doch genau dieses Gefühl gilt es nun zu konservieren und in eine beständige Überzeugung zu verwandeln.

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Kritische Analyse: "Das haben wir bisher zu wenig geschafft"

Kauczinski machte deutlich, dass der Sieg allein noch keine Trendwende bedeutet: "Es geht ja nur über die Leistung und nicht nur über Willen. Du musst in die Verfassung kommen, gegen jeden Gegner gewinnen zu können. Das haben wir bisher zu wenig geschafft." Der Trainer betonte, dass die bisherigen Leistungen zwar "in Ordnung" gewesen seien, aber einfach nicht ausreichten.

Konkret benannte der 1860-Coach zwei kritische Bereiche: Die durchschnittliche Torquote muss steigen und die Quote der Gegentreffer sinken. Aktuell befinde sich der TSV in beiden Statistiken nur im oberen Mittelfeld der Dritten Liga, nicht in der Spitzengruppe. "Ansonsten brauchen wir eh über nichts reden. Das ist einfach ein Fakt. Es gibt einfach Benchmarks", so Kauczinski nüchtern.

Pragmatismus statt Träumereien

Der Trainer positioniert sich klar als Realist: Kauczinski ist kein Träumer, der Luftschlösser malt, und kein Illusionist. Er hatte seine Mannschaft bereits im Dezember weiter auf dem Weg gesehen, den Sehnsüchten der Fans zu entsprechen. Doch dann kam der Rückschlag: "Das war dann mit den Verletzungen nach Ingolstadt schon ein Schlag, der uns durchgeschüttelt hat."

Folgt man Kauczinskis Logik, befindet sich der TSV noch in der Erholungsphase von diesem Schlag. Ein positives Zeichen ist die schrittweise Rückkehr von Kapitän Jesper Verlaat ins Mannschaftstraining. Ob die Erholung bereits abgeschlossen ist, wird sich am Sonntag zeigen.

Herausforderung gegen Hansa Rostock erwartet

Am Sonntag (13.30 Uhr, Magentasport) empfängt der TSV 1860 München Hansa Rostock im heimischen Stadion. Das Duell des Tabellenachten gegen den Tabellensiebten ist zugleich das Aufeinandertreffen der im Sommer prognostizierten Aufstiegsfavoriten.

Kauczinski blickt mit Respekt auf die Herausforderung: "Da erwartet uns einfach auch nochmal eine andere Körperlichkeit, eine andere Erfahrung, ein anderes Niveau." Der Trainer verwies dabei besonders auf den aus Rosenheim stammenden Hansa-Stürmer Andreas Voglsammer.

Der 5:0-Sieg gegen Havelse war ein wichtiger Schritt, doch für Markus Kauczinski ist klar: Die eigentliche Bewährungsprobe steht dem TSV 1860 München noch bevor. Erst das Spiel gegen Rostock wird zeigen, ob die Löwen tatsächlich den Weg zurück in die Erfolgsspur gefunden haben.

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