WM-Märchen Kap Verde: 2:2 gegen Uruguay hält Hoffnung auf Achtelfinale am Leben
Kap Verde: 2:2 gegen Uruguay hält Achtelfinal-Hoffnung

Kap Verde hat bei der Fußball-WM in Katar für die nächste Überraschung gesorgt. Nach dem 0:0 gegen Europameister Spanien erkämpfte sich der Inselstaat ein 2:2 (1:2) gegen den zweimaligen Weltmeister Uruguay. Damit bleibt die historische Chance auf das Erreichen der K.o.-Runde bestehen. Am Samstag (02.00 Uhr MEZ) genügt ein Sieg gegen den bereits ausgeschiedenen Gruppenletzten Saudi-Arabien, um das WM-Märchen perfekt zu machen.

Erstes WM-Tor der Geschichte

Kevin Pina schrieb mit einem direkt verwandelten Freistoß aus knapp 30 Metern Geschichte: Es war das erste WM-Tor Kap Verdes überhaupt (29. Minute). Der 29-Jährige vom russischen Club FK Krasnodar war nach dem Treffer sichtlich gerührt. „Ich habe versucht, meine Tochter auf der Tribüne zu entdecken“, berichtete Pina. Der Jubel war zu kurz, um sie zu finden. Für die Emotionen danach fand er nur ein Wort: „Stolz, Stolz, Stolz!“

Uruguay dreht Spiel, Kap Verde kontert

Kurz vor der Pause drehte Uruguay die Partie. Maxi Araujo (44.) und Agustin Canobbio (45.+6) trafen innerhalb von sieben Minuten und brachten die Südamerikaner mit 2:1 in Führung. Uruguay verwaltete die Führung anschließend nur noch – ein Fehler, der sich rächen sollte.

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Der Ausgleich fiel nach einer Stunde: Helio Varela (61.) profitierte von einem schweren Patzer des uruguayischen Keepers Fernando Muslera, der unnötig aus dem Tor eilte und zu spät kam. Zuvor hatte Mathias Olivera den Ball unbedrängt zu Varela gespielt. „Das war ein Geschenk“, kommentierte Trainer Bubista.

Trainer Bubista: „Wir wollen einen zweiten Traum erfüllen“

Trainer Bubista (bürgerlich Pedro Leitão Brito) coacht die Mannschaft seit sechs Jahren und hat ihr eine klare Struktur und enormes Selbstvertrauen eingeimpft. „Seit dem Beginn des Turniers sage ich: Wir wollen auf dem höchstmöglichen Level mithalten. Das haben wir jetzt zweimal geschafft. Und jetzt wollen wir einen zweiten Traum erfüllen: Uns für die K.o.-Runde zu qualifizieren“, sagte er nach dem Spiel.

Der 56-Jährige suchte gezielt nach Spielern mit kapverdischen Wurzeln – und fand sie in Ligen wie Irland, Finnland oder der zweiten portugiesischen Liga. Roberto Lopes, in Dublin geboren und für die Shamrock Rovers spielend, sagte mit breitem irischen Akzent: „Das ist eine verrückte Story. Ich habe das niemals für möglich gehalten.“

Vozinhas Mutter auf der Tribüne

Torwart Vozinha, Held des Spanien-Spiels, stand diesmal nur einmal im Fokus: In der 70. Minute lenkte er einen Eckball an den Pfosten, Maxi Araujo staubte ab – doch der Treffer wurde wegen Abseits zurückgenommen. Vozinhas Mutter, deren Visum für die USA noch rechtzeitig eingetroffen war, fieberte auf der Tribüne mit.

Blick nach vorn

Kap Verde reist mit breiter Brust zum entscheidenden Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien. „Wir haben Respekt vor jedem Gegner. Aber wir sind jetzt an einem Punkt, an dem ich sage: Ja, wir kämpfen definitiv um das Erreichen der nächsten Runde“, betonte Bubista. Ein Sieg würde den krassen Außenseiter – mit seinen 13 Inseln und weniger als 600.000 Einwohnern – ins Achtelfinale katapultieren.

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