Die kanadischen Behörden haben dem ghanaischen Nationalspieler Thomas Partey die Einreise zur Fußball-Weltmeisterschaft verweigert. Der Mittelfeldspieler, der derzeit in Großbritannien wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und sexueller Nötigung angeklagt ist, durfte nicht nach Kanada reisen, um am ersten Gruppenspiel gegen Panama teilzunehmen. Der Weltfußballverband Fifa bestätigte diesen Vorgang und betonte, dass man nicht in die Einreiseverfahren der Gastgeberländer involviert sei.
Hintergrund der Einreiseverweigerung
Wie die Fifa mitteilte, wurde Parteys Visumantrag von der kanadischen Regierung abgelehnt. Der Spieler hielt sich zuvor im ghanaischen Team-Basislager in Boston, USA, auf. Die kanadische Einwanderungsbehörde äußerte sich nicht zu Einzelfällen, erklärte jedoch, dass Personen, die als „Sicherheitsrisiko“ eingestuft werden, die Einreise verweigert werden könne. Partey bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe.
USA gewähren Einreise
Im Gegensatz zu Kanada ließen die USA Partey einreisen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP befand er sich auf dem Rückweg ins ghanaische Trainingslager in Rhode Island. Daher kann der 32-Jährige an den folgenden Gruppenspielen gegen England und Kroatien, die beide in den USA stattfinden, teilnehmen. Somit verpasst er lediglich das erste Spiel gegen Panama.
Parteys rechtliche Situation
Thomas Partey, der aktuell für den spanischen FC Villarreal spielt und zuvor bei Arsenal in London aktiv war, steht seit April wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, im Dezember 2020 eine Frau in London zweimal vergewaltigt zu haben. Vor dem Southwark Crown Court plädierte er auf nicht schuldig. Ein Urteil wird nicht vor Mitte 2027 erwartet. Bereits im Juli 2025 war er wegen fünf weiteren Vergewaltigungsfällen und einem Fall sexueller Nötigung angeklagt worden, die sich auf die Jahre 2021 und 2022 beziehen. Auch diese Vorwürfe wies er zurück.
Parteys Karriere und Länderspiele
Der Mittelfeldspieler absolvierte bisher 57 Länderspiele für die ghanaischen „Black Stars“. Erst im März stand er im Testspiel gegen Deutschland in Stuttgart auf dem Platz.
Weitere Visa-Probleme bei der WM
Die Einreiseverweigerung für Partey ist nicht der einzige Fall dieser Art. Bereits vor Turnierbeginn gab es Visa-Probleme bei anderen Akteuren. Der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo konnte aufgrund einer Vorstrafe erst verspätet in die USA einreisen. Für Aufsehen sorgte der Fall des somalischen Schiedsrichters Omar Artan, der trotz gültigem Visum an der Grenze abgewiesen wurde, da die US-Regierung ihm Verbindungen zu Terrororganisationen vorwarf. Auch Delegationsmitglieder aus Iran sowie Fans aus dem Senegal und der Elfenbeinküste durften nicht einreisen.
Der Präsident des palästinensischen Fußballverbands, Dschibril Radschub, gab am Freitag bekannt, dass ihm Visa für die USA und Kanada verweigert wurden. Er konnte jedoch nach Mexiko einreisen, um an der Eröffnungsfeier der WM in Mexiko-Stadt teilzunehmen. Nach dem Spiel Tunesien gegen Schweden in Monterrey wird er in die Palästinensergebiete zurückkehren.



