Iranische Fußballer zeigen Bilder getöteter Kinder vor FIFA-Präsident Infantino
Iran-Fußballer zeigen Bilder getöteter Kinder vor Infantino

Politische Botschaft auf dem Fußballfeld: Iran-Team zeigt Bilder getöteter Kinder

Im türkischen Antalya sorgte die iranische Fußballnationalmannschaft mit einer politischen Aktion für Aufsehen. Während der Nationalhymne vor dem Testspiel gegen Costa Rica hielten die Spieler und Funktionäre Bilder von Kindern in den Händen, die nach iranischen Angaben bei Angriffen der USA und Israels auf den Iran getötet wurden. Besonders bemerkenswert: FIFA-Präsident Gianni Infantino verfolgte die Szene persönlich von der Tribüne aus.

Wiederholte politische Statements durch Fußballer

Bereits am Freitag hatte das iranische Team beim 1:2-Testspiel gegen Nigeria eine ähnliche Botschaft gesendet. Die Spieler betraten damals das Spielfeld mit Schulranzen in den Händen – ein deutlicher Verweis auf einen Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans Ende Februar. Bei diesem Angriff starben zahlreiche Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, viele Lehrerinnen sowie Eltern. Medienberichten zufolge sollen US-Streitkräfte für diesen Vorfall verantwortlich sein.

Ungewissheit um WM-Teilnahme des Iran

Das Spiel gegen Costa Rica, das der Iran mit 5:0 gewann, war eigentlich als Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada geplant. Doch ob der Iran tatsächlich an dem Turnier im Sommer teilnehmen wird, bleibt wegen des anhaltenden Krieges unklar. Angesichts der militärischen Auseinandersetzungen möchte der Iran seine drei Vorrundenpartien nicht wie geplant in den USA austragen, sondern bevorzugt in Mexiko.

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FIFA-Präsident Infantino hatte zuletzt deutlich gemacht, dass er auf eine Teilnahme des Iran drängt. „Wir wollen, dass Iran spielt, Iran wird bei der Weltmeisterschaft spielen. Es gibt keinen Plan B, C oder D – es gibt Plan A“, erklärte der Chef des Weltverbands in einem Interview des mexikanischen Fernsehsenders N+ Univision. Ob der Fußball-Weltverband dem Wunsch nach Spielverlegung nachkommen kann oder will, ist jedoch noch offen.

Boykott-Drohung und politischer Hintergrund

Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an, das Land führt Gegenschläge aus. Vor diesem Hintergrund hatte Irans Verbandschef Mehdi Tadsch vor etwa anderthalb Wochen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen Boykott der USA – nicht aber der WM insgesamt – angekündigt, ohne dies näher zu erläutern.

Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni und dauert bis zum 19. Juli. In der Gruppenphase soll der Iran auf Belgien, Neuseeland und Ägypten treffen. Die politischen Spannungen und die wiederholten Botschaften der iranischen Fußballer werfen jedoch ernste Fragen über die Rahmenbedingungen dieser Teilnahme auf.

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