Handball-Krimi: HSV-Sieg lässt Wetzlar im Abstiegskampf zittern
HSV-Sieg: Abstiegs-Krimi am letzten Spieltag der HBL

Hochspannung in der Handball-Bundesliga: Der HSV Hamburg hat sein letztes Heimspiel der Saison gegen die HSG Wetzlar mit 33:32 gewonnen und damit für einen spannenden Abstiegskrimi am letzten Spieltag gesorgt. Eigentlich war die Partie als lockerer Saisonausklang mit tränenreichem Abschied von sechs HSV-Profis geplant, doch durch den überraschenden Erfolg von Minden gegen den THW Kiel (34:30) bekam sie über Nacht besondere Brisanz. Plötzlich droht Wetzlar der Abstieg in die 2. Liga.

Druckvolle Ausgangslage für Wetzlar

Die Ausgangslage war klar: Eine Niederlage in Hamburg würde Wetzlar punktgleich mit Minden machen, das am Sonntag in Leipzig antreten muss. Zudem hätten die Mittelhessen das schlechtere Torverhältnis und mit dem Spiel gegen Meister Magdeburg die schwerere Aufgabe am letzten Spieltag. Selbst ein Punkt wäre für die HSG zu wenig gewesen – nur ein Sieg hätte die Rettung gebracht.

Torreiches Spiel in der Sporthalle Hamburg

Vor 3160 Zuschauern entwickelte sich jedoch kein harter Abwehrkampf, sondern ein offener Schlagabtausch. Der HSV fiel vor allem durch seine blauen Sondertrikots und ein Kempa-Tor von Casper U. Mortensen (36) auf. Beide Defensivreihen schienen bereits in der Sommerpause zu sein – zur Pause stand es 19:20 aus Hamburger Sicht. HSG-Geschäftsführer Michael Allendorf sagte zur Halbzeit: „Wenn wir in der Abwehr besser stehen, könnte das Ergebnis noch besser sein. Wir hatten gehofft, dass der THW seine Spiele durchzieht, aber wir haben die Situation besprochen und wussten, dass wir in Hamburg vielleicht etwas holen müssen.“

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Wetzlar kämpft, Hamburg bleibt vorn

Nach dem Wechsel blieb die Partie eng und torreich. Wetzlar kämpfte um seine Existenz, nutzte Fehler der Gastgeber und lag meist ein Tor vorn. Der HSV, der das Hinspiel souverän mit 35:26 gewonnen hatte, schleppte sich über die letzten Meter der Saison. Kein Team konnte sich absetzen. In der 57. Minute kassierte David Akakpo eine Zeitstrafe, und Hamburg nutzte die Überzahl zur Führung (32:31). Mortensen traf vorne (7 Tore) und klärte hinten einen Ball, sodass der HSV den Sieg über die Zeit rettete.

Emotionale Abschiede beim HSV

Am Ende feierte nur der HSV die zwei Punkte und den emotionalen Abschied einiger Stars. Die dritte Halbzeit verlor der HSV deutlich: Nach der Partie gingen die Spieler sofort in die Kabine, sodass viele Fans vorzeitig die Halle verließen – ein schlechtes Zeitmanagement, das die Profis verärgerte. Kapitän Niklas Weller (33) beendet seine Karriere und wird ab Juli Vereinspräsident. Er ging mit wackeligen Knien in die Partie: „Es war nicht die beste Nacht, die ich jemals erlebt habe.“ Am Spieltag ließ er sich durch eine Lerngruppe fürs Referendariat ablenken. Für sein letztes Heimspiel hatte er sich einen Heimsieg zum Abschied vorgenommen – und bekam ihn voller Emotionen.

Andreas Magaard (27) kehrt zu seinem dänischen Jugendverein GOG zurück. Casper Ulrich Mortensen (36), mit sieben Toren bester Werfer des HSV gegen Wetzlar, wird Spielertrainer in Kopenhagen. Jacob Lassen (30) wechselt zu den Rhein-Neckar Löwen, Torwart Mohamed El-Tayar (30) zum TVB Stuttgart. Unklar ist die Zukunft von Azat Valiullin (35).

Flensburg siegt zum Golla-Abschied

Bei der Abschieds-Heimvorstellung von Kapitän Johannes Golla (noch immer mit Turban nach seinem Kopfcrash im European-League-Halbfinale gegen Melsungen) und Kevin Möller gewann die SG Flensburg/Handewitt nach zuletzt zwei Niederlagen mit 36:31 gegen den ThSV Eisenach. Simon Pytlick traf elfmal für die Norddeutschen, für die Gäste war Felix Aellen sechsmal erfolgreich. Die SG hatte noch auf Platz 2 und die Champions League gehofft, doch weil Konkurrent Füchse Berlin am Abend klar bei der MT Melsungen gewann, muss Flensburg in der kommenden Saison erneut in der European League antreten.

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