Nordderby-Niederlage: HSV steckt weiter tief im Abstiegskampf fest
Nach der verdienten 1:3-Niederlage im Nordderby bei Werder Bremen ist die Frustration beim Hamburger SV groß. Trainer Merlin Polzin zeigte sich nach dem Spiel im Weserstadion enttäuscht, wütend und unzufrieden. Der Aufsteiger bleibt damit mitten im Kampf um den Klassenerhalt stecken.
Rote Karten als Dauerthema
Erneut konnte der HSV ein Spiel nicht mit elf Spielern beenden. Der eingewechselte Philip Otele sah wegen eines groben Foulspiels die Rote Karte. Es war bereits der achte Feldverweis für einen HSV-Spieler in dieser Saison. Damit haben die Hamburger mehr Platzverweise als Siege zu Buche stehen. Auch Co-Trainer Loïc Favé wurde am Ende des Spiels auf die Tribüne geschickt.
„Mit so vielen Roten Karten kannst du in der Bundesliga kein Spiel gewinnen“, sagte Sportvorstand Nicolai Remberg deutlich. Trainer Polzin ergänzte: „Wenn du als Aufsteiger bestehen willst, hilft es mehr, mit elf gegen elf anzutreten, als wenn du einer weniger bist.“
Offensive Schwäche und Personalsorgen
Doch selbst ohne die Rote Karte wäre ein Sieg in Bremen schwer geworden. Vor allem in der zweiten Halbzeit fand der HSV offensiv kaum noch Mittel. „Insgesamt war es ein verdienter Sieg für Werder, uns haben die Torchancen gefehlt“, gestand Stürmer Robert Glatzel ein, der mit seinem Traumtor zum zwischenzeitlichen 1:1 für kurze Hoffnung gesorgt hatte.
Die Ausfälle von Schlüsselspielern wie Luka Vuskovic und Sambi Lokongo lasten schwer auf dem Team. Wie bereits beim 0:4 in Stuttgart konnten diese Verluste nicht kompensiert werden.
Schwieriges Restprogramm und Zukunftsängste
Angesichts des schweren Restprogramms mit Partien gegen Hoffenheim, Frankfurt, Freiburg und Leverkusen sowie des seit Wochen andauernden Leistungsabfalls ist der einstige Bundesliga-Dino noch lange nicht auf der sicheren Seite. Zwar beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 noch fünf Punkte, doch nach nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen sind die Sorgen beim HSV berechtigt groß.
Trotz aller Niedergeschlagenheit bleibt Sportvorstand Remberg optimistisch: „Wir gehen nicht in die Zweite Liga. Das kann ich hier felsenfest sagen“, versprach er und zeigte sich überzeugt, dass es auch in der kommenden Saison zwei Duelle mit dem großen Rivalen aus Bremen geben wird.



