Hoeneß vergleicht Tuchel und Kompany: Warum der neue Bayern-Trainer ein Sechser im Lotto ist
Hoeneß: Kompany ist ein Sechser im Lotto, Tuchel forderte nur Spieler

Hoeneß zieht klare Trennlinie zwischen Tuchel und Kompany

Mehr als anderthalb Jahre nach der Trennung vom FC Bayern München blickt Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit deutlichen Worten auf die Ära von Thomas Tuchel zurück. In einem exklusiven Interview mit der "Bild"-Zeitung vergleicht der 74-jährige Bayern-Patron den ehemaligen Trainer mit seinem aktuellen Nachfolger Vincent Kompany – und die Bilanz fällt für Tuchel alles andere als schmeichelhaft aus.

Tuchels Zeit bei den Bayern: Gemischte Gefühle und Konflikte

Die gemeinsame Zeit mit Thomas Tuchel wird an der Säbener Straße heute mit gemischten Gefühlen betrachtet. Der als streitbar geltende Trainer soll aufgrund seiner speziellen Art und Kommunikation irgendwann Teile der Mannschaftskabine verloren haben. Auch das Verhältnis zur Vereinsführung gestaltete sich zunehmend schwierig. Hoeneß kritisiert insbesondere Tuchels Forderungen nach teuren Neuverpflichtungen: "Der Trainer hatte kein Interesse daran, junge Talente zu entwickeln. Stattdessen sprach er sich immer wieder für kostspielige Transfers aus", beklagt der Ehrenpräsident, der Tuchel dennoch als hochintelligenten Mann bezeichnet.

Kompany als Wende: Beliebtheit und interne Lösungen

Unter Vincent Kompany hat sich die Stimmung beim Rekordmeister deutlich gebessert. Der belgische Trainer erfreut sich sowohl in der Mannschaft als auch in der Führungsetage großer Beliebtheit. "Vincent Kompany ist für uns ein Sechser im Lotto – mit Zusatzzahl", schwärmt Hoeneß. "Er hat genau das geschafft, was Thomas Tuchel zuvor nicht gelungen ist: Vincent hatte sofort eine Nähe und Leidenschaft für seine Spieler".

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Im Gegensatz zu seinem Vorgänger thematisiere Kompany Probleme ausschließlich intern und nie öffentlich. "Dadurch machst du deine Spieler stark, anstatt sie zu schwächen. Er ist der beliebteste Trainer beim FC Bayern seit Langem", so Hoeneß weiter. Diese Herangehensweise habe wesentlich zur verbesserten Atmosphäre im Verein beigetragen.

Tuchels neues Engagement und Hoeneß' WM-Einschätzung

Nach seinem Abgang vom FC Bayern im Sommer 2024 übernahm Thomas Tuchel Anfang 2025 das Amt als englischer Nationaltrainer. Mit den "Three Lions" absolvierte der 52-Jährige eine perfekte WM-Qualifikation und gewann alle acht Spiele. Trotz des starken Kaders traut Hoeneß England den Titelgewinn jedoch nicht zu: "Dass England Weltmeister wird, kann ich mir gerade nicht vorstellen".

Der deutschen Nationalmannschaft räumt der Bayern-Ehrenpräsident hingessen durchaus Chancen ein: "Wenn Spieler wie Jamal Musiala, Florian Wirtz und Nick Woltemade zur Weltmeisterschaft ihre Topform haben, können wir dort sehr, sehr weit kommen". Diese Einschätzung unterstreicht Hoeneß' kontinuierliches Engagement für den deutschen Fußball jenseits seiner Vereinsverbundenheit.

Die deutlichen Worte des Bayern-Ehrenpräsidenten zeigen, wie tief die Unterschiede zwischen den Trainerstilen von Tuchel und Kompany in der Wahrnehmung der Vereinsführung verankert sind. Während Tuchel für seine direkte Art und Transferforderungen kritisiert wird, punktet Kompany mit Mannschaftsnähe und diskretem Krisenmanagement.

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