Hertha BSC entschuldigt sich nach Debakel und definiert neue Saisonziele
Hertha entschuldigt sich nach Debakel und sucht neue Ziele

Hertha BSC rechnet nach Paderborn-Debakel mit eigener Leistung ab

Stefan Leitl versuchte es nicht einmal, die jüngsten Ergebnisse von Hertha BSC schönzureden. In nur zwölf Tagen verwandelte sich der ambitionierte Zweitligist mit großen Träumen in einen mentalen Trümmerhaufen. Seine Mannschaft habe "richtig einen auf die Fresse bekommen", sagte der Berliner Trainer mit deutlichen Worten. Er bezog sich dabei auf das Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal gegen Freiburg, die 2:3-Niederlage gegen Hannover und das jüngste 2:5-Debakel beim SC Paderborn.

Ein Spiel, das locker 2:8 hätte enden können

Hätte der SC Paderborn in der ersten Halbzeit seine Großchancen konsequenter genutzt, wäre das Ergebnis nach Abpfiff locker 2:8 aus Hertha-Sicht ausgefallen. "Mir fehlen bisschen die Worte, muss ich ganz ehrlich sagen. Weil ich meine Mannschaft in der Form wie wir uns heute präsentiert haben noch nicht gesehen habe", gestand Leitl nach dem Spiel. Die Tür zur Bundesliga, die sich in den letzten Wochen immer weiter geschlossen hatte, sei nun endgültig zu und abgesperrt.

Mit nur einem Sieg aus den letzten neun Zweitliga-Spielen und einem Zehn-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz scheint der Aufstiegstraum geplatzt. "Ich höre jede Woche Qualität, Qualität. Qualität hat viele Merkmale und ein Merkmal ist auch mentale Kapazität", analysierte der Trainer die Situation seines Teams.

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Neue Ziele: Wiedergutmachung und maximale Leistung

Der Hertha-Coach kündigte eine knallharte Aufarbeitung der jüngsten Leistungen an und definierte klare neue Ziele für die verbleibende Saison. "Es geht für uns darum, im nächsten Heimspiel eine deutliche Reaktion zu zeigen vor unseren Fans zu Hause und dieses Ergebnis ein bisschen gutzumachen", erklärte Leitl. Torhüter Tjark Ernst hakte zwar genau wie seine Teamkollegen den Aufstieg ab, betonte aber die weiterhin bestehende Verantwortung: "Nichtsdestotrotz stehen wir dem Verein und den Fans gegenüber weiterhin in der Verantwortung und wollen bis zum Ende das Maximum herausholen."

Kollektive Entschuldigung und Selbstkritik

Unmittelbar nach dem kläglichen Auftritt in Paderborn herrschte zunächst kollektive Fassungslosigkeit im Hertha-Lager. Abwehrspieler Niklas Kolbe kritisierte scharf: "Es gibt keine Ausreden für diese Leistung. Wir alle sind unserem Anspruch nicht gerecht geworden. Ob Körpersprache, Zweikampfverhalten oder Wille – es hat überall gefehlt", und sprach von einem "Komplettversagen".

Mittelstürmer Luca Schuler entschuldigte sich bei den Fans: "Für die Art und Weise dieser Niederlage können wir uns nur bei allen Fans entschuldigen". Torhüter Ernst stellte die entscheidende Mentalitätsfrage: "Jeder Einzelne sollte sich nach diesem Auftritt hinterfragen, ob er wirklich alles gegeben hat. Wir müssen nun klar ansprechen, dass wir nicht gut genug waren und kein Spieler seine Leistung auf das Feld bekommen hat".

Die große Frage bleibt: Bricht Hertha BSC jetzt komplett ein oder rappelt sich die Mannschaft um Kapitän Fabian Reese wieder auf? Am kommenden Sonntag kommt der 1. FC Nürnberg ins Berliner Olympiastadion – ein Spiel, das zur Bewährungsprobe für die mentale Stärke der Hauptstädter werden wird.

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