Bundesliga-Boss attackiert FIFA-Chef: „Größte politische Shitshow“
Der Präsident des FC St. Pauli, Oke Göttlich (50), hat ungewöhnlich deutliche Worte gegenüber FIFA-Boss Gianni Infantino (56) gefunden. Vor dem wichtigen Abstiegsspiel seiner Mannschaft gegen den 1. FC Köln kritisierte Göttlich, der auch zweiter Vize-Präsident der DFL und DFB-Vize ist, die kommende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko scharf. Die WM beginnt am 11. Juni.
Friedenspreis für Trump als Auslöser der Kontroverse
Göttlich äußerte sich im Interview mit Sky: „Es wird uns immer vorgeworfen, zu viel Politik in den Sport zu bringen. Die größte politische Shitshow findet in diesem Sommer in den USA statt – durch den Peace Prize, den Gianni Infantino Donald Trump verliehen hat.“ Im November 2025 hatte Infantino einen neu erfundenen „Friedenspreis“ an den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump (79) verliehen, was auf breite Kritik stieß. Der Hauptvorwurf lautet, dass sich Infantino und die WM dadurch instrumentalisieren ließen.
Frühere Boykott-Diskussion und Reaktion des DFB
Bereits Anfang des Jahres hatte Göttlich versucht, eine Diskussion über einen möglichen WM-Boykott aufgrund der Politik von Donald Trump anzustoßen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf (64) wies dieses Thema jedoch zurück: „Der Kollege ist noch nicht so lange dabei, aber in der Regel ist es bei uns so, dass wir diese Themen zunächst einmal in den Gremien besprechen und uns dann dazu eine Meinung bilden.“
Göttlich konterte diese Aussage prompt: „Etwas verwundert war ich über Bernd Neuendorfs Aussage, der Herr Göttlich sei doch etwas jung dabei. Ich glaube, Herr Neuendorf ist kürzer im Amt, als ich es in einem Funktionärs-Amt im deutschen Fußball bin.“ Tatsächlich ist Göttlich seit 2014 Präsident von St. Pauli, während Neuendorf erst 2019 Vorsitzender des Verbandes Mittelrhein wurde und 2022 zum DFB-Präsidenten aufstieg.
Hintergrund der anhaltenden Spannungen
Die Kontroverse verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen sportlichen und politischen Interessen im internationalen Fußball. Göttlichs Kritik richtet sich nicht nur gegen die symbolische Geste des Friedenspreises, sondern auch gegen die generelle Ausrichtung der WM unter dem Einfluss von Donald Trump. Diese Debatte könnte die Vorbereitungen auf das Turnier weiter überschatten und die Rolle von Sportverbänden in politischen Fragen neu definieren.



