Gewaltwelle in Mexiko: Sicherheitsbedenken vor Fußball-WM 2026 wachsen
In weniger als vier Monaten soll in Mexiko die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 beginnen, doch eine schwere Gewaltwelle erschüttert derzeit das Land und lässt die Alarmglocken in der internationalen Fußballwelt schrillen. Die jüngste Eskalation der Gewalt folgte auf die Tötung des mächtigen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes, auch bekannt als "El Mencho", durch das mexikanische Militär. Seine Anhänger reagierten mit einer Serie von gewalttätigen Ausschreitungen, bei denen Autos, Banken, Tankstellen und Geschäfte in Brand gesetzt sowie Straßensperren errichtet wurden.
Guadalajara als Brennpunkt der Unruhen
Besonders stark betroffen von den Unruhen ist der Bundesstaat Jalisco mit seiner Hauptstadt Guadalajara, einem der drei mexikanischen Austragungsorte der WM. In Guadalajara steht eines der WM-Stadien, und zwei Nationalmannschaften – Kolumbien und Südkorea – haben dort ihr Trainingscamp geplant. Die Millionenmetropole ist für vier Vorrundenspiele der Weltmeisterschaft vorgesehen, darunter das hochkarätige Duell zwischen Europameister Spanien und Uruguay. Insgesamt finden in Mexiko 13 Spiele dieser XXL-WM statt, neben Guadalajara sind Mexiko-Stadt und Monterrey die weiteren Gastgeberstädte.
Die Sicherheitslage hat bereits direkte Auswirkungen auf den Sportbetrieb: Am vergangenen Sonntag wurden zwei Erstligaspiele in Mexiko abgesagt. Auch ein geplantes Freundschaftsspiel der mexikanischen Nationalmannschaft gegen Island in Queretaro, einer Stadt zwischen Guadalajara und Mexiko-Stadt, stand zunächst auf der Kippe. Der isländische Verband veröffentlichte jedoch noch am Montagmorgen Trainingsbilder aus Mexiko, was auf eine mögliche Durchführung hindeutet.
Internationale Reaktionen und FIFA-Stellungnahme ausstehend
Mehrere Botschaften, darunter auch die deutsche, haben ihre Bürger dazu aufgerufen, wachsam zu sein und in einigen Fällen sogar ihre Hotels nicht zu verlassen. Lokale Medien berichten, dass etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten von den gewalttätigen Protesten betroffen sind, wobei es Tote und Verletzte gegeben haben soll – offizielle Zahlen liegen jedoch nicht vor. Die Zeitung "AS Mexico" kommentierte die Lage mit den Worten: "Die Situation lässt die internationalen Alarmglocken schrillen, besonders in Bezug auf die Sicherheit der Besucher und die Organisation in einem der Hauptaustragungsorte des Turniers."
Der Fußball-Weltverband FIFA wurde um eine Stellungnahme zur aktuellen Sicherheitslage gebeten, hat jedoch bisher noch nicht reagiert. Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey internationale Playoff-Partien zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer stattfinden, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
Kontrast zu anderen Sportveranstaltungen
Während die Fußballwelt in Sorge ist, findet parallel das ATP-Tennisturnier in Acapulco mit Stars wie Alexander Zverev wie geplant und unter normalen Bedingungen statt. Die Organisatoren betonten, dass das Event nicht von den Unruhen beeinträchtigt wird. Dies zeigt, dass die Gewaltwellen regional unterschiedlich ausfallen, doch für die WM, die große Menschenmassen und internationale Aufmerksamkeit anzieht, sind die Sicherheitsbedenken besonders hoch.
Nachdem zuvor bereits die Situation im Co-Gastgeberland USA mit dem umstrittenen Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE für Empörung gesorgt hatte, rückt nun Mexiko in den Fokus der Kritik. Das dritte Austragungsland der WM 2026 ist Kanada. Die anhaltende Gewalt in Mexiko wirft ernste Fragen zur Sicherheit und Organisation des Großevents auf, das im Sommer Millionen von Fans und Spieler aus aller Welt anlocken soll.



