Frankreich hat sich im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Paraguay mit 1:0 durchgesetzt. Der Siegtreffer fiel in der 70. Minute durch einen Foulelfmeter von Kylian Mbappé, der damit seinen insgesamt 19. WM-Treffer erzielte. Das Spiel in Philadelphia war von patriotischen Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag der USA und extremen Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius geprägt.
Ein Fest der Unabhängigkeit
Der 4. Juli wurde in Philadelphia mit einer großen Show gefeiert. Broadway-Star Idina Menzel sang die Nationalhymne auf einer sternförmigen Bühne, ein Knabenchor trug „America the Beautiful“ vor, und Kampfjets überflogen das Stadion. Die in Philadelphia gegründete Band The Roots trat nach dem Spiel auf. Die Fans nutzten die rot-weiß-blauen Klatschpappen als Fächer oder Sonnensegel, um der Hitze zu trotzen. Trotz der hohen Temperaturen war das Tailgating auf dem Stadionparkplatz ein voller Erfolg – viele Besucher kamen ohne Ticket, um die Tradition zu zelebrieren.
Hitzeschlacht auf dem Platz
Das Spiel war die bisher heißeste Partie der WM. Die gefühlte Temperatur lag bei 46 Grad. Die Spielergewerkschaft FIFPro forderte eigentlich Kühlpausen ab 30 Grad und eine Verlegung ab 35,5 Grad. Beide Schwellen wurden überschritten, doch die FIFA lehnte eine Absage ab. Trinkpausen wurden eingelegt, und die Sonnenränge leerten sich während der offiziellen Pause. Ryan, ein Fan, band sich eine nasse USA-Flagge um: „Hält kühl und funktioniert ohne Akku.“ Jen setzte auf einen Nackenventilator. Die Hitze führte dazu, dass sich Handys auf dem Parkplatz wegen Überhitzung abschalteten.
Paraguays defensiver Plan
Paraguay stand tief, frustrierte den Favoriten und provozierte. Andrés Cubas grätschte Mbappé von hinten um, was zu einer Rudelbildung führte. Wenig später wurde Mbappé abseits des Balls zu Boden gestoßen, ohne dass der Schiedsrichter eingriff. Kein Paraguayer sah eine Gelbe Karte. Der Elfmeter fiel erst nach VAR-Einsatz: Désiré Doué wurde im Strafraum von Diego Gómez gefoult. Mbappé verwandelte sicher – sein 19. WM-Tor. Die Jagd auf Lionel Messis Rekord von 20 Treffern ist damit in vollem Gange.
Gemeinsame Feierlichkeiten
Nach dem Spiel feierten Fans beider Teams gemeinsam in McGillin’s Olde Ale House in Philadelphia. „Wir fahren zusammen nach Boston zum nächsten Spiel“, sagte Frankreich-Fan Frédéric und umarmte seinen neuen paraguayischen Freund. Der Paraguayer meinte: „Wir haben es euch so schwer gemacht.“ Am Abend zog ein Gewitter auf, das auch die Rede von Präsident Donald Trump in Washington D.C. verzögerte. Das Wetter war unabhängig – da konnte auch der US-Präsident nichts daran ändern.
Frankreich trifft im Viertelfinale auf den Sieger der Partie zwischen Brasilien und Mexiko. Die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps zeigte sich trotz der mühevollen Arbeit gegen Paraguay zuversichtlich.



