Journalisten-Verband fordert Konsequenzen nach Fotografen-Verletzung durch Bayern-Ultras
Fotografen-Verletzung durch Ultras: Journalisten-Verband schaltet sich ein

Journalisten-Verband fordert Konsequenzen nach Fotografen-Verletzung durch Bayern-Ultras

Nach dem bedenklichen Vorfall in der Allianz Arena, bei dem Bayern-Ultras am Mittwochabend Fotografen verletzten, schaltet sich nun der Deutsche Journalisten-Verband mit einem deutlichen Appell ein. Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) richtet einen Brandbrief an den FC Bayern und die Uefa, in dem eine umfassende Aufarbeitung des Geschehens gefordert wird.

Vorfall beim Champions-League-Spiel gegen Real Madrid

Beim Viertelfinal-Rückspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid (4:3) drangen Anhänger aus der Südkurve nach dem Siegtreffer in den streng gesicherten Stadion-Innenraum ein. Bei diesem regelwidrigen Eindringen wurden mindestens zwei Fotografen verletzt. Der Agentur-Fotograf Kai Pfaffenbach verlor im Tumult sogar vorübergehend das Bewusstsein, während eine weitere Kollegin eine Platzwunde erlitt.

Die Polizei München hat bereits Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung aufgenommen und befragt derzeit Betroffene sowie Zeugen des Vorfalls. Nach aktuellen Informationen soll es neben den beiden bekannten Fotografen weitere Geschädigte gegeben haben. Aufgrund des öffentlichen Interesses wird automatisch nach Straftatbeständen ermittelt, zusätzlich ist eine Anzeige gegen Unbekannt geplant.

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Forderungen des Journalisten-Verbands

Kevin Voigt, Vizepräsident des Verband Deutscher Sportjournalisten und selbst erfahrener Fotograf, äußert sich deutlich zu den Vorkommnissen: „Wir werden ein Schreiben an den FC Bayern als Stadion-Betreiber und die Uefa als Veranstalter des Spiels richten, bei dem es zur Verletzung mehrerer Fotografen kam.“ Der Verband fordert darin eine lückenlose Aufarbeitung des Vorfalls und betont, dass das Geschehene nicht einfach abgehakt werden dürfe.

Voigt weiter: „Alle Verantwortlichen müssen jetzt auch präventiv daran arbeiten, dass so etwas nicht mehr passiert – gerne auch mit Vertretern der Fanszene. Ich habe Verständnis für große Emotionen während eines Spiels, aber sie dürfen die Arbeitenden im Stadion-Innenraum nicht gefährden.“ Der VDS wünscht sich einen konstruktiven Austausch mit dem FC Bayern, der 100 Prozent der Anteile an der Allianz Arena Stadion GmbH hält, sowie mit der Uefa und anderen Fußballverbänden.

Wiederkehrende Probleme in deutschen Stadien

Laut Voigt handelt es sich bei dem Vorfall in München nicht um einen Einzelfall. In vielen deutschen Stadien komme es regelmäßig zu gefährlichen Situationen für Journalisten und Fotografen. „Es wird immer wieder Pyrotechnik in den Innenraum geworfen, aber auch Becher voller Bier oder Körperflüssigkeiten, die dann Fotografen treffen“, berichtet der VDS-Vizepräsident. Diese Vorfälle gefährdeten nicht nur die Sicherheit der Medienvertreter, sondern beeinträchtigten auch deren Arbeitsfähigkeit.

Der Journalisten-Verband setzt sich daher für einen umfassenden Dialog ein, um langfristige Lösungen zu entwickeln. Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle Beteiligten im Stadion-Innenraum ihren Beruf ohne Gefährdung ausüben können. Die aktuelle Situation in der Allianz Arena zeigt deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht.

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