Er hat 279 Pflichtspiele für Dynamo Dresden bestritten und ist mit den Sachsen zweimal in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Jetzt ist Ex-Profi Niklas Kreuzer (33) Meister in der 6. Liga geworden – und der Verein ist wieder derselbe.
Vom Scouting zum Meistertitel
Seit Januar ist der Rechtsverteidiger Teil der Scouting-Abteilung von Dynamo Dresden, schnürt nebenbei noch einmal seine Fußballschuhe für die neugegründete U23-Mannschaft der Dresdner. Am Samstag krönte er sich mit den Talenten dank eines 2:1-Sieges gegen Reichenbach zum sächsischen Landesmeister. Das ist gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die Oberliga – genau das war das klare Ziel.
Trainer Sebastian König: „Unheimlich stolz“
Vater des Erfolges ist Trainer Sebastian König (38). „Ich bin unheimlich stolz auf die Jungs. Wir sind mit einer sehr jungen Mannschaft an den Start gegangen. Für die war es wichtig, sich überhaupt erst einmal an Männerfußball zu gewöhnen“, so der gebürtige Dresdner. „Es hängt auch viel mehr dran. Der Aufstiegsdruck war für die Entwicklung der Spieler enorm wichtig. Weil sie am Ende einem ganz anderen Druck standhalten müssen.“
Dresdens U23-Trainer Sebastian König schaffte mit seinem Team auf Anhieb den Aufstieg. Diese Prüfung meisterten die Kicker – auch dank Kreuzers Erfahrung – in ihrem ersten Männerjahr mit Bravour. Allein in der Rückrunde gab es bis auf zwei Remis nur Siege. Allerdings war auch der gegen Reichenbach trotz deutlichem Chancenplus kein Selbstläufer. Erst in der 86. Minute gelang Arne Seemann der erlösende Treffer.
„Es musste nochmal Drama sein“
König, der in der kommenden Saison auch als Co-Trainer der Profis fungiert: „Das Spiel war ein Spiegelbild der Saison. Es musste nochmal Drama sein. Aber am Ende warst du stabil. Und das ist, was zählt. Was die Jungs diese Saison gelernt haben, ist Gold wert. Ich bin so dankbar, dass der Verein diesen Schritt gegangen ist.“
Nach dem 2:1-Sieg gegen Reichenbach bekam das U23-Team den Meisterpokal überreicht. Das Projekt, mit der Reaktivierung der zweiten Mannschaft den Sprung vom Nachwuchs- in den Männerbereich zu erleichtern, ist voll aufgegangen. König: „Ich würde fast sagen, dass es sich schon im November ausgezahlt hat, als Friedrich Müller das erste Mal bei den Profis gespielt hat.“
Müller zeigt, was geht
Der Innenverteidiger holte sich die nötige Spielpraxis zunächst im U23-Team, gab dann gegen den VfL Bochum ein bockstarkes Zweitliga-Debüt und gilt nach 13 Profi-Spielen als DIE Entdeckung der Saison. Sein Beispiel ist der Beweis für die Bedeutung eines Reserve-Teams. Und zugleich Ansporn für viele andere Kicker, die aus Dynamos Nachwuchsleistungszentrum kommen, bei dem mit Marco Hartmann (38) auch ein Ex-Profi und Aufstiegsheld des Vereins den Hut aufhat und einen Top-Job macht.
Klar, dass solche Erfolge nach harter Arbeit auch ordentlich gefeiert werden müssen. Auch dafür ist Niklas Kreuzer zuständig. König mit verschmitztem Lächeln: „Mit ihm haben wir auch für sowas einen guten Coach.“ Tatsächlich hatte „Kreuz“ vor Längerem klargemacht: „Im Aufstiegsfall fliegen wir an den Ballermann. Das ist ein Muss und auch eine Art Teambuilding.“ Aber schon vorher geht in Dresden die Post ab. Kreuzer schmunzelnd: „Ich kenne ja durch meine zwei Aufstiege schon ein bisschen die angesagten Party-Locations. Da gilt es, die Jungs jetzt langsam ranzuführen.“ Getreu dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.



