Marie-Louise Eta nimmt Stellung zu Hasskommentaren nach Beförderung
Marie-Louise Eta, die neue Cheftrainerin des Fußball-Bundesligisten Union Berlin, zeigt sich unbeeindruckt von den abfälligen und sexistischen Äußerungen, die nach ihrer Beförderung im Internet kursierten. Bei der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag um 15:30 Uhr, das von Sky übertragen wird, äußerte sie sich deutlich zu diesem Thema.
„Das sagt mehr über die Absender aus“
„Grundsätzlich beschäftigt mich das nicht“, sagte Eta mit Nachdruck. Sie betonte, dass solche Hasskommentare viel mehr über diejenigen aussagen, die sie ins Netz stellen, als über die Person, die davon betroffen ist. „Ob es jetzt meine Person ist oder andere Personen sind – ich finde, dass das eigentlich viel, viel mehr aussagt über diejenigen, die das ins Netz stellen.“
Die Trainerin gab zu, dass sie selbst keine Kommentare liest und dies auch in der Vergangenheit nicht getan hat. „Es war gar keine Zeit dafür, sich groß mit irgendwas zu beschäftigen“, erklärte sie. Allerdings wurde ihr mitgeteilt, dass es zu Hasskommentaren gekommen ist. Gleichzeitig hob sie hervor, dass sehr viel Positives geäußert wurde. „Ich finde, dass ist schön und das sollte auch überwiegen.“
Ein allgemeines Problem in Sozialen Medien
Eta wies darauf hin, dass es sich um ein grundsätzliches Thema handelt, was auf Social Media passiert. „Was solche Hasskommentare angeht, was Menschen teilweise auch anonym irgendwo äußern – allgemein habe ich da ein sehr, sehr großes Fragezeichen.“ Sie wurde am vergangenen Wochenende als Nachfolgerin von Steffen Baumgart präsentiert, und nach der Verkündung dieser Personalie hatten sich sexistische Äußerungen in den Sozialen Medien verbreitet.
Rückendeckung vom Verein Union Berlin
Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball bei Union Berlin, verurteilte die Vorgänge im Internet deutlich. „Ich finde es wahnsinnig, dass wir uns damit in der heutigen Zeit auseinandersetzen und uns rechtfertigen müssen“, sagte er. Er betonte, dass es sich bei Eta um eine hochkompetente Führungspersönlichkeit handelt. „Sie können sich sicher sein, dass alle hier bei Union Berlin, egal ob auf der Tribüne oder beim Verein selbst, zu einhundert Prozent hinter dieser Entscheidung stehen.“
Diese Unterstützung unterstreicht die Entschlossenheit des Vereins, hinter seiner neuen Cheftrainerin zu stehen, und zeigt, dass solche Hasskommentare im Profifußball kein Platz haben sollten. Die Diskussion um Eta und die Reaktionen darauf werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Herausforderungen mit Sexismus und Online-Hass im Sport.



