Bayern-Sieg gegen Frankfurt zur Zitterpartie: Eberl kritisiert Kimmichs Harakiri-Pass
Der FC Bayern München hat am Samstag gegen Eintracht Frankfurt einen knappen 3:2-Sieg errungen, der in der Nachspielzeit fast noch verspielt wurde. Besonders das zweite Gegentor der Münchner sorgte für Diskussionen, nachdem die Bayern-Führung mit 3:0 eigentlich komfortabel schien.
Verteidigungsfehler führt zum unnötigen Gegentor
In der 86. Minute kam es zu einer folgenschweren Verkettung von Abwehrfehlern. Joshua Kimmich, der als Kapitän für den verletzten Manuel Neuer auflief, spielte einen riskanten Querpass in Richtung Innenverteidiger Minjae Kim. Statt dem Zuspiel entgegenzugehen, machte Kim einen Schritt zurück, woraufhin Eintracht-Stürmer Arnaud Kalimuendo den Ball im Fünfmeterraum abfangen und zum 3:2-Endstand einschießen konnte.
Die kritische Szene: Kimmich entschied sich weder für ein Klären ins Aus noch für ein Zuspiel auf Ersatztorwart Jonas Urbig, sondern für den gefährlichen Pass in die Mitte. Diese Entscheidung sollte später zum zentralen Kritikpunkt werden.
Eberl verteidigt Kim und gibt Kimmich die Schuld
Bayern-Sportvorstand Max Eberl nahm Minjae Kim nach dem Spiel trotz dessen schwacher Zweikampfquote in Schutz: „Er hat ein sehr, sehr ordentliches Spiel gemacht. Mit dem Tor hat Minjae nichts zu tun.“ Stattdessen richtete sich Eberls Kritik deutlich an Joshua Kimmich.
Der frühere Verteidiger selbst erklärte: „Das hätten wir uns sparen können. Ich weiß, man will viel spielerisch lösen, aber das ist dann ein Stück weit zu viel. Dann heißt es irgendwann, wenn die Gefahr zu groß wird: auch mal löschen.“ Mit dem Begriff „Harakiri“ charakterisierte Eberl den riskanten Pass als selbstzerstörerische Aktion.
Kimmich verteidigt seine Spielphilosophie
Der Bayern-Kapitän reagierte auf die Vorwürfe mit einer Erklärung seiner Spielweise: „Wir haben hinten rumgespielt und versucht, hinten rauszuspielen und eine spielerische Lösung zu finden. In dem Fall hat das nicht ganz so gut geklappt. Auf der anderen Seite ist es unsere Spielweise, dass wir spielen wollen.“
Kimmich betonte damit die Philosophie des FC Bayern, auch unter Druck spielerische Lösungen zu suchen, selbst wenn dies im konkreten Fall zu einem vermeidbaren Gegentor führte.
Hintergrund der Personalien
Minjae Kim war im Sommer 2023 als bester Verteidiger der Serie A für eine Ablösesumme von 50 Millionen Euro vom SSC Neapel zum FC Bayern gewechselt. Joshua Kimmich übernahm die Kapitänsbinde, da Stammtorhüter Manuel Neuer mit einer Muskelfaserriss-Verletzung ausfiel. Max Eberl fungiert seit März 2024 als Sportvorstand des Rekordmeisters.
Das Spiel zeigte einmal mehr, wie knappe Siege in der Bundesliga durch individuelle Fehler zur Zitterpartie werden können. Die Diskussion um risikoreiches Aufbauspiel versus sichere Lösungen wird den FC Bayern sicherlich noch weiter beschäftigen.



