Dynamo Dresden: Trainer Thomas Stamm formuliert ambitionierte Ziele für die Zukunft
Große Reden zu schwingen, liegt ihm normalerweise nicht. Doch jetzt hat Trainer Thomas Stamm (43) erstmals klare und spannende Aussagen darüber getätigt, wohin er mit Dynamo Dresden mittel- und langfristig strebt. In einem ausführlichen Interview auf „transfermarkt.de“ gab der Schweizer Einblicke in seine Vision für den traditionsreichen Ostklub.
Die besondere Verbundenheit von Verein und Stadt
Stamm betont die einzigartige Beziehung zwischen dem Verein und seiner Anhängerschaft: „Dynamo steht für Leidenschaft, Emotionen und eine extreme Gemeinschaft. Die Menschen der Stadt und der Verein sind quasi eins.“ Der Trainer, der neun Jahre in Freiburg lebte, stellt dabei einen deutlichen Unterschied fest: „Hier nehme ich das noch einmal anders wahr. Es ist eine unglaubliche Verbundenheit mit dem Verein vorhanden.“ Trotz dieser starken Strahlkraft gelang es Dresden in der Vergangenheit nicht, sich dauerhaft unter den 36 besten deutschen Fußballklubs zu etablieren und stürzte mehrfach aus der Zweiten Liga ab.
Vom Traditionsverein zum stabilen Zweitligisten
Der Chefcoach hat klare Vorstellungen von der notwendigen Entwicklung: „Dynamo gehört dauerhaft in diese Gruppe der 36 Klubs, aber man muss sich das auch verdienen.“ Stamm warnt davor, sich zu sehr auf der Tradition auszuruhen: „Wir dürfen nicht den Fehler machen, zu sehr in der Traditionsblase zu leben, sondern müssen es hinbekommen, im Hier und Jetzt zu sein und den Verein zu einem stabilen Zweitligisten zu formen.“ Diese Transformation beschreibt er als hartes Stück Arbeit, das jedoch die Grundlage für weitere Schritte bildet. Aktuell zählt Dresden seiner Einschätzung nach noch nicht zu den besten 25 Teams.
Tradition und Modernisierung im Einklang
Stamm strebt eine Balance zwischen traditioneller Verwurzelung und notwendiger Weiterentwicklung an. Sein Ziel könnte sein, Dresden mindestens unter die Top 7 der Zweiten Liga zu führen. Dafür benötigt der Verein Fortschritte in allen modernen Themenfeldern. Nur durch diese Offenheit für Neuerungen kann das Vereinsmotto „Wir haben einen Traum“ irgendwann Realität werden. Der Trainer bekennt sich überraschend deutlich zu einem langfristigen Engagement in Dresden. Bald wird er nach Uwe Neuhaus der Trainer mit der längsten Amtszeit bei der SGD in den letzten zehn Jahren sein.
Langfristige Perspektive auch bei Rückschlägen
Selbst im Falle eines Abstiegs würde Stamm grundsätzlich bleiben wollen, wie er betont: „Grundsätzlich habe ich einen Arbeitsvertrag auch für dieses Szenario.“ Allerdings müsse man die Situation immer wieder neu bewerten. Der Trainer zeigt sich optimistisch: „Aus einem Misserfolg kann auch wieder etwas Gutes entstehen.“ Viele Beobachter attestieren Stamm in seiner Art und Arbeitsweise eine gewisse Ähnlichkeit zu Uwe Neuhaus, was seine Bodenständigkeit unterstreicht.
Die Bundesliga als mögliches Fernziel
Die höchste deutsche Spielklasse bleibt ein Fernziel: „Es wäre natürlich schön, irgendwann ein paar Bundesligaspiele als Coach zu erleben.“ Doch Stamm setzt auf Geduld und realistische Schritte: „Ich habe immer gute nächste, aber kleine und überlegte Schritte gewählt.“ Selbst wenn die Bundesliga am Ende nicht erreicht werden sollte, bleibt für ihn der Spaß an der Arbeit zentral: „Wenn ich nie in der Bundesliga trainiert haben sollte, mit 75 gesund bin und auf eine Zeit wie diese zurückblicken kann – dann ist es auch okay.“
Lernen aus vergangenen Vorfällen
Nach den jüngsten Vorfällen bei Spielen von Hertha BSC betont Stamm die Notwendigkeit konsequenten Handelns: „Ich hoffe, dass wir daraus lernen, damit das die nächsten Jahre nicht mehr passiert.“ Der positive Hexenkessel im Rudolf-Harbig-Stadion soll für sportliche Erfolge genutzt werden, nicht durch negative Ereignisse getrübt werden. Die Energie der Fans könnte dann ganz andere Feste feiern, wenn die Entwicklung des Vereins erfolgreich verläuft.



