Dynamo Dresden: Die Laufmaschine der 2. Bundesliga
Im erbitterten Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga setzt Dynamo Dresden auf ein beeindruckendes Erfolgsrezept: reine Laufarbeit. Die Mannschaft von Trainer Thomas Stamm rennt der Konkurrenz buchstäblich die Beine weg und etabliert sich als physisch fitteste Truppe der Liga.
Elf Kilometer Vorsprung - wie ein zusätzlicher Spieler
Beim verdienten 2:0-Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg am vergangenen Samstag demonstrierten die Dresdner ihre Überlegenheit in beeindruckenden Zahlen. Die SGD-Spieler absolvierten ganze elf Kilometer mehr als ihre Nürnberger Kontrahenten - ein Unterschied, der in der Fußballwelt gewaltig ist.
„Das ist brutal. Von der Laufleistung sind wir immer vorne mit dabei. Elf Kilometer ist ja wie ein Mann mehr“, erklärt Linksverteidiger Alexander Rossipal (29) das Phänomen. „Es war trotzdem nicht alles perfekt. Aber wir haben versucht, alles reinzuhauen. Das ist schon ein Schlüssel, um belohnt zu werden.“
Von Dresden nach Madrid und zurück
Die Gesamtbilanz der Saison ist noch eindrucksvoller: Mit bisher 3.555 gelaufenen Kilometern führt Dynamo Dresden die Liga-Statistik klar an. Diese Distanz entspricht einer Strecke von Dresden nach Madrid und wieder zurück - eine bemerkenswerte kollektive Leistung.
Zum Vergleich: Das „lauffaulste“ Team der Liga, der Greuther Fürth, hat satte 246 Kilometer weniger zurückgelegt. Rossipal bestätigt: „Wir sind definitiv eine fitte Truppe.“
Geschlossene Mannschaftsleistung statt Einzelkämpfer
Besonders bemerkenswert ist die kollektive Natur dieser Leistung. Während andere Vereine auf einzelne Dauerläufer setzen, ziehen bei Dynamo Dresden alle Spieler mit. Dies zeigt sich auch in den individuellen Statistiken: Unter den lauffreudigsten Einzelspielern der 2. Bundesliga findet sich kein Dynamo-Profi.
Erst auf Rang 61 erscheint mit Niklas Hauptmann der erste Dresdner Spieler, der bisher 245 Kilometer zurücklegte. Die Spitzenposition hält Bielefelds Mael Corboz mit unglaublichen 360 Kilometern.
Bochum als nächste Herausforderung
Am kommenden Samstag kann Dynamo Dresden seinen Laufvorteil erneut ausspielen, wenn der VfL Bochum zu Gast ist. Bochum liegt in der Laufstatistik nur auf Platz 13 mit 3.392 Kilometern.
Rossipal warnt jedoch vor zu viel Euphorie: „Da kommen viele Flankenbälle und eine große Wucht mit Philipp Hoffmann in der Mitte auf uns zu, wo wir gut verteidigen müssen. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl, dass wir mit der Leistung der letzten Wochen die drei Punkte bei uns daheim behalten können.“
Vielleicht krönt der Linksverteidiger den Sieg sogar mit einem Tor - so wie beim 2:1-Erfolg im Hinspiel, als Rossipal sein Team in Führung brachte. „Wäre mal wieder Zeit...“, scherzt der Defensivspieler.
Eines steht fest: Mit ihrer phänomenalen Laufbereitschaft hat Dynamo Dresden ein wirksames Mittel im Kampf um den Klassenerhalt gefunden. Die „Forrest Gump-Methode“ allein reicht zwar nicht aus, aber in Kombination mit Spielqualität wird sie zur gefürchteten Waffe.



