Cottbus als Tabellenführer: Kann Energie den Aufstieg schaffen und das Déjà-vu vermeiden?
Im Heimspiel gegen den SC Verl am Samstag um 16:30 Uhr, übertragen auf MagentaSport, kann Energie Cottbus ein weiteres Ausrufezeichen im Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga setzen. Als Spitzenreiter der 3. Fußball-Liga trifft der Verein auf den viertplatzierten Verfolger in einem hochkarätigen Topduell unter Flutlicht.
Ein reines 50:50-Spiel mit historischer Last
Trainer Claus-Dieter Wollitz beschreibt die Ausgangslage nüchtern: „Das ist ein reines 50:50-Spiel. Wir können gegen sie auswärts gewinnen. Wir können gegen sie zu Hause gewinnen. Wir können auswärts verlieren, wir können zu Hause verlieren.“ Mit 28 Punkten aus 13 Partien ist Cottbus nach dem MSV Duisburg das zweitstärkste Team vor eigener Kulisse, nur eine der letzten elf Liga-Partien ging verloren.
Doch die Erinnerung an den Einbruch der Vorsaison lastet schwer auf den Brandenburgern. Damals stand Energie nach 25 Spieltagen mit 48 Zählern an der Tabellenspitze, dann folgte der dramatische Absturz mit nur vier Siegen in 13 Partien. Wollitz bleibt dennoch optimistisch und verweist auf einen entscheidenden Unterschied: „Letztes Jahr haben wir den 25. Spieltag nicht gewonnen. Diesmal haben wir ihn gewonnen. Damit habe ich alles beantwortet.“
Torjäger Engelhardt als Schlüsselfigur
Erik Engelhardt, der 27-jährige Stürmer, könnte im Kampf um die vorderen Plätze den entscheidenden Unterschied ausmachen. Mit bisher 15 Toren ist er der zweitbeste Torjäger der Liga und erklärt: „Ich fühle mich körperlich sehr gut und nicht nur die Tor- und Scorerwerte, auch meine Laufdaten sind besser als in der Vergangenheit. Gefühlt ist es daher ein Stück weit die Saison meines Lebens.“
Besonders im Verbund mit Offensivkollege Tolcay Cigerci harmoniert Engelhardt ausgezeichnet. Obwohl er den Aufstieg nicht als klares Ziel ausruft – „Ich bin nicht der, der die Ziele aufruft“ –, hat er persönliche Ambitionen: „Für mich persönlich habe ich auf jeden Fall das Ziel, wieder in der 2. Bundesliga aufzulaufen – und ich glaube, damit bin ich hier nicht ganz alleine.“ Zuletzt spielten die Lausitzer in der Saison 2013/14 in der zweithöchsten Spielklasse.
Die Herausforderung: Kontinuität bewahren
Die Mannschaft steht unter dem Druck, die starke Leistung über die gesamte Saison hinweg aufrechtzuerhalten. Ein Sieg gegen Verl könnte nicht nur die Tabellenführung festigen, sondern auch psychologisch wichtig sein, um das Vertrauen in die eigene Stärke zu untermauern. Die Frage bleibt: Kann Energie Cottbus den Aufstieg schaffen oder droht ein erneuter Einbruch wie in der Vorsaison?
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Trainer Wollitz und sein Team aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben und die nötige Kontinuität für den langersehnten Aufstieg in die 2. Bundesliga aufbringen können.



