Chemie Leipzig trotz Niederlage in Jena mit Mutmacher – Trainer Schmidt stellt klare Forderungen
Die BSG Chemie Leipzig hat im Abstiegskampf der Regionalliga Nordost einen Rückschlag erlitten, doch die Niederlage beim 1:2 am Samstag in Jena wirkt paradoxerweise als Motivationsschub. Das Team von Chefcoach Alexander Schmidt (57) zeigte über weite Strecken eine beachtliche Leistung auf Augenhöhe mit dem Gegner und erhielt dafür sogar anerkennende Worte von der Konkurrenz.
Lob vom Gegner, aber kein Punktegewinn
Zeiss-Coach Volkan Uluc (56) äußerte sich nach dem Spiel voll des Lobes: „Eine wirklich starke Mannschaft, die mit ihrem neuen Trainer viele Teams ärgern wird. Die haben einen Plan, die kommenden Gegner müssen sich gut rüsten.“ Schmidt nahm diese Anerkennung zwar dankend auf, verwies jedoch sofort auf die harte Realität des Ergebnissports: „Es ist immer so eine Sache, wenn du für ein gutes Spiel gelobt wirst, aber die Punkte nicht hast.“
Genau hier liegt das aktuelle Dilemma der Leipziger. Vor dem wichtigen Nachholspiel beim Tabellenschlusslicht Hertha Zehlendorf am Mittwochabend (19 Uhr) hat sich die angespannte Ausgangslage nicht verbessert – der Druck bleibt enorm hoch.
Schmidt verändert die Startelf und identifiziert Schwachstellen
Der Trainer hatte im Vergleich zum letzten Dezember auf acht Positionen die Startformation verändert. „Die Mannschaft hat alles abgerufen“, betonte Schmidt, der dennoch deutliches Verbesserungspotenzial ausmacht. Dies sei dringend notwendig, um sich in den kommenden Wochen aus dem Abstiegssumpf zu befreien. „Ich bin von der Mannschaft überzeugt, aber wir haben noch viel Arbeit vor uns“, stellte der Coach klar.
Daher formulierte Schmidt präzise Forderungen an seine Profis: „Es reicht nicht, wenn ich nur verteidige, nur zweikampfstark bin. Ich muss auch die Präzision im letzten Drittel haben, die Flanke genau zu schlagen, den Ball gut anzunehmen. Da waren wir zu hastig. Wir müssen mehr Torgefahr ausstrahlen.“
Das große Manko: Zu wenige Torschützen
Der Trainer sprach zudem das zentrale Problem der BSG Chemie in dieser Saison offen an: „Wir haben zu wenige Torschützen. Das beschränkt sich auf Ratifo oder Lihsek.“ Tatsächlich haben bislang erst vier Spieler der Sachsen in dieser Spielzeit überhaupt ein Tor erzielt. „Da müssen wir einfach breiter aufgestellt sein“, forderte Schmidt und unterstrich damit die Dringlichkeit, die Offensivkraft zu diversifizieren.
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob die Mannschaft die Kritik ihres Trainers in konkrete Verbesserungen und dringend benötigte Punkte umsetzen kann. Die Basis für einen erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt ist laut Schmidt vorhanden – nun gilt es, sie konsequent zu nutzen.



