Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat ein wegweisendes Urteil gefällt: Der italienische Frauenfußballverein Lazio Rom muss seiner ehemaligen Spielerin Maja Gothberg Schadenersatz zahlen, weil das Arbeitsverhältnis aufgrund ihrer Schwangerschaft unrechtmäßig beendet wurde. Dies gab die Spielergewerkschaft FIFPRO bekannt. Das Urteil umfasst auch Gehaltsnachzahlungen und schafft einen Präzedenzfall für den Mutterschutz im Profifußball.
Was war passiert?
Maja Gothberg spielte in der Saison 2023/24 für Lazio und stieg mit dem Verein in die Serie A auf. Bei Vertragsverhandlungen im Sommer 2024 fehlte nach einer mündlichen Einigung nur noch die Unterschrift der 28-jährigen Mittelfeldspielerin. Als Gothberg von ihrer Schwangerschaft erfuhr und den Verein informierte, kam der Vertrag nicht mehr zustande. Gothberg sah ihre Schwangerschaft als Grund dafür und klagte. Der Club hingegen vertrat die Auffassung, dass kein Vertrag zustande gekommen sei.
Das Urteil des CAS
Der CAS entschied, dass auch ohne unterschriebenen Vertrag bereits ein Arbeitsverhältnis bestand. Der ausschlaggebende Grund für die rechtswidrige Beendigung des Arbeitsverhältnisses sei die Schwangerschaft Gothbergs gewesen. Zudem schuf das Urteil einen wichtigen Präzedenzfall hinsichtlich der Vertraulichkeit von medizinischen Informationen im Zusammenhang mit Schwangerschaften.
Reaktionen und Bedeutung
„Dieser Fall zeigt, dass die Mutterschaftsbestimmungen der FIFA nicht nur Worte auf dem Papier sind, sondern den Spielerinnen einen echten Schutz bieten“, sagte Alexandra Gomez Bruinewoud, Rechtsdirektorin der FIFPRO. Die Bedeutung dieses Urteils gehe über den Fall Gothberg hinaus und bestätige, „dass Vereine nicht einfach ein Arbeitsverhältnis beenden können, selbst wenn dieses noch nicht vollständig formalisiert ist, sobald sie erfahren, dass eine Spielerin schwanger ist“.
Gothberg selbst erklärte: „In diesem Fall ging es nie nur um Fußball. Das Urteil sendet die Botschaft aus, dass eine Schwangerschaft niemals als Problem oder als Grund dafür angesehen werden sollte, einer Spielerin Einsatzmöglichkeiten zu verweigern.“
Auswirkungen auf den Profifußball
Das „bahnbrechende“ Urteil des CAS könnte die zukünftige Anwendung des Schwangerschaftsschutzes im Profifußball prägen. Es stellt klar, dass Spielerinnen auch bei mündlichen Vereinbarungen geschützt sind und dass Vereine nicht nach Bekanntwerden einer Schwangerschaft von Verträgen zurücktreten können. Dies stärkt die Rechte von Profifußballerinnen weltweit und setzt ein Zeichen gegen Diskriminierung aufgrund von Mutterschaft.



