HSV-Legende Cardoso: Positionwechsel verleiht Capaldo neue Stärke
Sechs argentinische Spieler haben bisher für den Hamburger SV gespielt. Sergio Zarate (57, 14 Einsätze im Herbst 1994) war der Pionier, Nationalmannschaftskapitän Juan Pablo Sorin (49, 2006–2008) der Bekannteste. Doch der Beste war zweifellos Rodolfo Cardoso (57), der in 137 Bundesliga-Spielen (1996–2004) für Hamburg außergewöhnliche Leistungen zeigte. Nun stellt sich die spannende Frage, wo sich Nicolás Capaldo (27) in dieser illustren Reihe einordnen wird.
Ein Schnäppchen-Transfer mit großer Wirkung
Der defensive Allrounder wechselte im Sommer für eine Ablösesumme von 2,1 Millionen Euro von RB Salzburg zum HSV – im Preis-Leistungs-Vergleich ein absolutes Schnäppchen. Zunächst wurde Capaldo im zentralen Mittelfeld eingesetzt, doch seit der Verletzung von Warmed Omari (25, Außenbandriss mit Syndesmosebeteiligung) spielt er auf der rechten Seite in der Dreier-Abwehrkette.
Rodolfo Cardoso, der mittlerweile zum Trainerstab der HSV-U19 gehört, analysiert diese Veränderung: „Die neue Position hat Capaldo gut getan, er spielt dort sehr stark. Im Zentrum ist er viel gelaufen. Jetzt agiert er mit mehr Spielübersicht und entscheidet bewusster, wann er sich in die Offensive einschaltet. Wenn der Raum vorhanden ist, zeigt er sich extrem dynamisch. Capaldo marschiert mit hohem Tempo vorwärts, was den Gegnern erhebliche Probleme bereitet.“
Brutale Schnelligkeit und Zweikampfstärke
Cardoso ergänzt: „Capaldo ist mit 35 km/h brutal schnell, außergewöhnlich zweikampfstark und wird einfach nicht müde. Obwohl er nicht zu den größten Spielern zählt, kann er sich dank seiner exzellenten Sprungkraft auch in Luftduellen behaupten.“ Diese Eigenschaften machen ihn zu einem wertvollen defensiven Allrounder, der flexibel einsetzbar ist.
Trainer-Diskussionen über zukünftige Position
Nach der Rückkehr von Warmed Omari wird im Trainer-Büro des HSV intensiv diskutiert, ob Capaldo möglicherweise in der Dreierkette von halbrechts nach halblinks wechseln könnte. Trainer Merlin Polzin (35) konnte diese Variante im Training am Dienstag allerdings noch nicht testen, da der Argentinier krankheitsbedingt fehlte. Bis zum wichtigen Spiel gegen Mainz am Freitag (20.30 Uhr, Sky) sollte sich die Situation jedoch klären.
Gut angekommen in Hamburg – auch privat
Nicolás Capaldo hat sich nicht nur sportlich, sondern auch privat gut in Hamburg eingelebt. Rodolfo Cardoso berichtet: „Anfangs haben wir einige Male telefoniert. Jetzt treffen wir uns nach den Spielen regelmäßig mit den gesamten Familien. Entweder bei ihm zu Hause oder bei uns.“ Wenn es zeitlich passt, schauen sie gemeinsam auch Spiele aus der argentinischen Heimatliga.
Die Entwicklung von Nicolás Capaldo beim Hamburger SV bleibt spannend zu verfolgen. Sein Positionwechsel hat ihm neue Stärken verliehen, und unter der fachkundigen Beobachtung von HSV-Legende Rodolfo Cardoso könnte er sich zu einem der bedeutendsten argentinischen Spieler in der Geschichte des Vereins entwickeln.



