Calmund über Spielerberater: Oft ahnungslos und geldgierig - Kritik an Branche
Calmund: Spielerberater oft ahnungslos und geldgierig

Calmunds scharfe Kritik an Spielerberatern im Fußball

Reiner Calmund, der ehemalige Manager von Bayer Leverkusen, hat in einem aktuellen Interview deutliche Worte gegenüber Teilen der Spielerberater-Branche im Fußball gefunden. Der 77-jährige Experte äußerte sich insbesondere mit Blick auf den langwierigen Vertragspoker zwischen dem FC Bayern München und Abwehrspieler Dayot Upamecano.

Charakterliche Mängel und Geldgier

Calmund differenziert in seiner Bewertung zwischen verschiedenen Typen von Spielerberatern. „Es gibt sehr gute und charakterlich feste Berater“, räumte er im Gespräch mit „Absolut Fussball“ ein. Doch der erfahrene Fußballmanager übt auch deutliche Kritik: „Aber es gibt auch solche, die charakterlich nicht in Ordnung sind. Und es gibt eine weitere Abteilung, das sind die Schlimmsten. Die sind oft ahnungslos, geldgierig, unzuverlässig und charakterlich eben nicht in Ordnung.“

Konkret bezog sich Calmund auf die Situation um Dayot Upamecano, dessen Vertragsverlängerung beim FC Bayern lange ungewiss war. „Den Berater des 27 Jahre alten Upamecano kenne ich zwar nicht, aber es scheint, als kriege der den Hals nicht voll“, merkte Calmund kritisch an. Der ehemalige Manager betonte, dass es in der Branche sowohl einflussreiche und kompetente Berater gebe, die vor allem das Interesse des Spielers im Blick hätten, als auch „Geldhaie, die nur das Beste von ihren Spielern und Clubs wollen, nämlich ihr Geld“.

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Sammer-Forderung als utopisch eingestuft

Die von Borussia Dortmunds Berater Matthias Sammer vorgebrachte Forderung, komplett auf Spielerberater zu verzichten, teilt Calmund jedoch nicht. „Das ist doch utopisch“, erklärte er deutlich. Der frühere Macher von Bayer Leverkusen warnte vor einseitigen Lösungen: „Wir dürfen auch nicht einseitig werden. Vereinsmanager könnten Spieler dann auch ganz leicht über den Tisch ziehen.“

Matthias Sammer hatte in einem Format des Bezahlsenders Sky zuvor gesagt: „Ja, ich würde sie abschaffen. Erstens verdienen sie zu viel Geld. Zweitens sind sie unnötig und drittens schafft das keine Konstellation, die gut ist zwischen Spieler und Verein. Das ist nicht gut.“

Branche im Spannungsfeld

Die Diskussion um die Rolle von Spielerberatern im Profifußball zeigt das Spannungsfeld, in dem sich die Branche bewegt. Einerseits sind Berater für viele Spieler wichtige Vertrauenspersonen und Verhandlungsführer, andererseits gibt es immer wieder Kritik an überhöhten Provisionen und zweifelhaften Geschäftspraktiken.

Calmunds differenzierte Sichtweise unterstreicht die Komplexität des Themas. Während er die Existenz seriöser und kompetenter Berater anerkennt, fordert er gleichzeitig mehr Transparenz und ethische Standards in der Branche. Die aktuelle Debatte um Spielerberater wird angesichts steigender Transfer- und Gehaltssummen im Profifußball voraussichtlich weiter an Bedeutung gewinnen.

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