Die Bundesliga erlebt eine beispiellose Fluktuation auf den Trainer- und Managerposten. Simon Rolfes, Sportgeschäftsführer von Bayer Leverkusen, schlägt nun Alarm: „Es herrscht eine große Unruhe, das ist auffällig“, sagte der 44-Jährige in der neuen Ausgabe von SPORT BILD. Von den Trainern, die zu Beginn der Saison 2025/26 im Amt waren, sind nur noch sechs übrig. Insgesamt gab es zehn Wechsel während der abgelaufenen Spielzeit und vier weitere in der Sommerpause. Zuletzt entließ RB Leipzig Ole Werner und präsentierte Martín Demichelis als Nachfolger – obwohl Werner das Team in die Champions League geführt hatte.
Neue Dynamik auf dem Trainermarkt
Rolfes beobachtet einen grundlegenden Wandel: „Früher musste ein Trainer gehen, wenn es schlecht lief. Heute gehen Trainer auch von selbst, wenn sie Erfolg haben. Dann musst du nach zwei, drei Jahren plötzlich einen neuen Coach suchen.“ Diese Entwicklung führe zu noch mehr Bewegung auf dem Trainermarkt. Bayer Leverkusen selbst musste nach den Entlassungen von Erik ten Hag und Kasper Hjulmand mit dem Spanier Carles Martínez den dritten neuen Trainer innerhalb von 13 Monaten präsentieren.
Gründe für die hohe Fluktuation
„Wir mussten den ersten der drei Trainer präsentieren, weil Xabi Alonso uns trotz eines laufenden Vertrags in Richtung Real Madrid verlassen hatte“, erklärte Rolfes. Grundsätzlich entstehe auf der Trainerposition aufgrund der besonderen Bedeutung immer ein höherer Druck. „Deswegen kann es passieren, dass man kurzfristige Entscheidungen treffen muss, wie im letzten September mit Erik. Kasper hat dann die Mannschaft in ruhigeres Fahrwasser geführt, die Konstellation war im Herbst auch gut. Aber wir mussten jetzt die nächste Entscheidung treffen, weil es um die Entwicklung der Mannschaft geht“, betonte der Ex-Nationalspieler.
Auch Managerposten betroffen
Die Unruhe beschränkt sich nicht nur auf die Trainer. Auch auf den Managerposten gibt es vermehrt Wechsel. Die AC Mailand kämpfte beispielsweise vergeblich um Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche. Rolfes ordnet ein: „Bei den Managern ist es nicht mehr so, dass man nur in deutschen Vereinen arbeitet. Das ist ein internationaler Markt geworden. Es gibt viel mehr Möglichkeiten für Manager, aber auch eine höhere Fluktuation.“
Rolfes' eigene Zukunft
Rolfes selbst steht bis 2028 in Leverkusen unter Vertrag. Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete er: „Ich frage mich immer: Wie ist die Perspektive, um zu wachsen – als Verein und auch persönlich? Ich habe 2018 hier im Management angefangen. Wenn ich die Entwicklung dieser letzten acht Jahre sehe und betrachte, wo wir als Bayer 04 heute stehen, dann bin ich sehr happy. Ich kann mir vorstellen, noch länger zu bleiben.“



