Rassismus-Skandal erschüttert Champions-League-Spiel
Im Nachgang des aufgeladenen Champions-League-Spiels zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid hat der portugiesische Topklub eine offizielle Untersuchung gegen zwei seiner eigenen Anhänger eingeleitet. Die beiden Fans sind auf einem in den Sozialen Medien verbreiteten Video deutlich zu erkennen, wie sie während der Play-off-Partie am Dienstag in roten Benfica-Trikots Affen-Gesten in Richtung des Real-Madrid-Stars Vinicius Junior von sich geben.
Klub droht mit drastischen Konsequenzen
Ein Sprecher des Vereins bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP entsprechende Medienberichte aus Portugal und stellte klar: „Wenn sie Mitglieder des Vereins sind, kann das Verfahren zu ihrem Ausschluss führen.“ Damit reagiert Benfica auf den massiven öffentlichen Druck, der nach dem Skandalspiel entstanden ist. Die Partie, die Real Madrid mit 1:0 für sich entschied, war ohnehin bereits von schwerwiegenden Rassismus-Vorwürfen überschattet worden und musste sogar zeitweise unterbrochen werden.
Hitzegefechte an der Seitenlinie und auf Social Media
Die Situation eskalierte, nachdem Spieler von Real Madrid dem Benfica-Akteur Gianluca Prestianni unterstellten, Vinicius Junior nach dessen Traumtor und dem anschließenden provokativen Jubel vor den Lissabon-Fans als „Affen“ bezeichnet zu haben. Bei dem darauffolgenden Wortgefecht hielt sich der Argentinier demonstrativ sein Trikot vor den Mund. An der Seitenlinie kam es zu hitzigen Diskussionen, bei denen insbesondere Vinicius und sein Teamkollege Kylian Mbappé ihre Empörung deutlich zeigten.
Später bezog Vinicius auf Instagram Stellung und schrieb: „Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Hemd über den Mund ziehen, um zu zeigen, wie schwach sie sind.“ Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat bereits am Mittwoch offizielle Ermittlungen zu den Vorfällen des Abends eingeleitet.
Benfica stellt sich hinter eigenen Spieler
Während der Klub gegen die eigenen Fans ermittelt, stellte er sich in einer offiziellen Mitteilung entschieden hinter Gianluca Prestianni. Der Angreifer wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement zurück. Benfica erklärte, Prestianni sei das „Opfer“ einer gezielten „Verleumdungskampagne“ geworden. Diese doppelte Reaktion des Vereins – strikte Untersuchung der Fan-Vorfälle bei gleichzeitiger Unterstützung des beschuldigten Spielers – unterstreicht die komplexe und emotional aufgeladene Lage nach diesem denkwürdigen Fußballabend.



