Bayern-Verteidigerin übernimmt ungewöhnliche Doppelrolle
Eigentlich ist Magdalena Eriksson (32) als eine der weltbesten Verteidigerinnen dafür verantwortlich, die Frauen des FC Bayern zum Triple zu führen. Doch die schwedische Nationalspielerin, die sich kürzlich aus der Landesauswahl zurückzog und am Samstag gegen Serbien verabschiedet wird, hat beim Rekordmeister eine faszinierende Zusatzaufgabe übernommen. Während ihr Vertrag bei den Bayern-Frauen bis 2028 läuft, arbeitet sie seit einiger Zeit für die Scouting-Abteilung des Vereins – allerdings nicht für das Frauen-Team, sondern für die Münchner Herrenmannschaft.
Chefscout Kresse initiierte ungewöhnliche Zusammenarbeit
Die unkonventionelle Zusammenarbeit begann vor etwa einem Jahr, wie Eriksson auf der schwedischen Streaming-Plattform „Viaplay“ verriet. „Vor fast genau einem Jahr erhielt ich eine E-Mail von einem mir unbekannten Mitarbeiter des Vereins. Offenbar war es der Chefscout des FC Bayern, Christoph Kresse, der mich fragte, ob ich Interesse hätte, im Scouting-Bereich anzufangen. So hat alles angefangen“, berichtete die erfahrene Abwehrspielerin. Seitdem hat sie sich intensiv in ihre neue Rolle eingearbeitet: „Ich lerne seit sechs Monaten und wachse in die Rolle hinein. Ich fühle mich sehr geehrt und freue mich sehr darüber und denke, es wird unglaublich viel Spaß machen.“
Südamerika als spezielles Aufgabengebiet
Bei ihrer neuen Tätigkeit hat Eriksson bewusst eine Einschränkung vorgenommen. „Ich scoute für die Herrenmannschaft. Viele Leute denken, ich scoute auch für das Frauen-Team, aber ich finde, das wäre ein ziemlich großer Interessenkonflikt“, erklärte die Schwedin. Stattdessen hat sie sich auf ein konkretes geografisches Gebiet spezialisiert: „Ich bin in die Rolle hineingewachsen und habe nun die Verantwortung für den südamerikanischen Markt übernommen.“ Damit überwacht sie eines der talentreichsten Fußball-Reviere der Welt für die Bayern-Verantwortlichen.
Partnerin Harder mit eigenem Förderprogramm
Interessanterweise ist Magdalena Eriksson nicht die einzige Bayern-Spielerin mit einem außergewöhnlichen Nebenengagement. Auch ihre Partnerin Pernille Harder (33), Stürmerin bei den Bayern-Frauen, geht neben ihrer aktiven Karriere besonderen Projekten nach. Die Dänin hat mit „The Harder Way“ ein eigenes Förderprogramm ins Leben gerufen, bei dem sie zehn junge Talente aus ihrer Heimat bei der Karriereplanung unterstützt und betreut.
Perspektiven nach der aktiven Karriere
Die Doppelrollen als Scout und Beraterin könnten bereits den Weg für die Zeit nach der aktiven Laufbahn der beiden Bundesliga-Stars vorgezeichnet haben. Während Eriksson ihr fußballerisches Wissen nun systematisch für die Talent-Suche bei den Bayern-Männern einsetzt, nutzt Harder ihre Erfahrung zur gezielten Förderung des Nachwuchses. Beide zeigen damit, dass Profifußballerinnen heute vielfältige Kompetenzen entwickeln, die weit über den Platz hinausreichen und neue Karriereperspektiven eröffnen.
Die ungewöhnliche Scouting-Tätigkeit von Magdalena Eriksson unterstreicht zudem den wachsenden Einfluss von Frauen im professionellen Fußball-Business. Während sie auf dem Feld weiterhin zu den Leistungsträgerinnen der Bayern-Frauen gehört, bringt sie gleichzeitig ihre fußballerische Expertise in die strategische Personalplanung des Gesamtvereins ein – eine Symbiose, die im modernen Fußball immer mehr an Bedeutung gewinnt.



