Barça geht nach Champions-League-Niederlage juristisch gegen Schiedsrichter vor
Die Aufregung beim FC Barcelona hält auch zwei Tage nach der 0:2-Niederlage im Champions-League-Viertelfinale gegen Atletico Madrid unvermindert an. Der spanische Spitzenklub hat nun offiziell rechtliche Schritte eingeleitet und bei der UEFA eine formelle Beschwerde gegen die Schiedsrichterleistung eingereicht.
Vereinspräsident Yuste mit deutlicher Kritik
Vereinspräsident Rafael Yuste kündigte diesen Schritt bereits vorab öffentlich an und ließ dabei kein gutes Haar an den Unparteiischen. „Es ist unglaublich, dass heutzutage, bei all den technischen, technologischen und elektronischen Mitteln, über die wir verfügen – ich beziehe mich dabei ausdrücklich auf den VAR –, ein so eindeutiger Elfmeter nicht gepfiffen wurde“, erklärte Yuste mit spürbarer Verärgerung. Der Klubchef betonte weiter: „Wir sprechen hier nicht von drei Punkten in der Liga, sondern es geht um einen prestigeträchtigen Titel wie den der Champions League.“
Umstrittene Szene in der 54. Minute
Auslöser der Kontroverse ist eine Spielszene in der 54. Minute des Hinspiels. Atletico-Madrid-Innenverteidiger Marc Pubill bekam den Ball nach einem Abstoß von Torwart Juan Musso an die Hand. Aus Sicht des FC Barcelona handelte es sich dabei um einen klaren und unzweifelhaften Elfmeter. Schiedsrichter Istvan Kovacs aus Rumänien ließ das Spiel jedoch ununterbrochen weiterlaufen. Auch der deutsche Video-Assistent Christian Dingert griff nicht in die Entscheidung ein und schickte den Hauptschiedsrichter nicht zur Bildschirmkontrolle.
Hansi Flicks emotionale Reaktion
Bereits unmittelbar nach dem Abpfiff hatte Barça-Trainer Hansi Flick seinem Unmut Luft gemacht. Der 61-jährige Deutsche sah in der Handspiel-Szene eine eindeutige Fehlentscheidung. „Wenn der Torwart den Ball spielt und er ihn mit der Hand berührt hat – komm schon. Das ist doch so klar! Ich weiß einfach nicht, warum der VAR da nicht pfeift!“, äußerte sich Flick nach dem Spiel. Besonders pikant: Flick richtete seine Kritik direkt an den deutschen VAR Christian Dingert. „Also, er ist ein Deutscher“, begann Flick seinen Satz und sagte dann auf Deutsch in die Kamera: „Hallo!“ Anschließend fügte er auf Englisch hinzu: „Das ist doch unglaublich. Das ist unglaublich.“
Inhalt der offiziellen UEFA-Beschwerde
In dem nun eingereichten offiziellen Schreiben an den europäischen Fußballverband heißt es: „Der Verein ist der Ansicht, dass es zu einer Schiedsrichterentscheidung kam, die gegen die geltenden Regeln verstößt und direkten Einfluss auf den Spielverlauf und das Ergebnis hatte.“ Barcelona betont zudem, dass diese Entscheidung zusammen mit dem schwerwiegenden Versäumnis des VAR einen erheblichen Fehler darstelle. Der Klub fordert konkret:
- Einsicht in die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und VAR
- Eine umfassende Untersuchung des gesamten Vorfalls
- Konsequenzen für die beteiligten Unparteiischen
Angespannte Stimmung vor Rückspiel
Am kommenden Dienstag um 21 Uhr steigt das Rückspiel im Metropolitano-Stadion von Madrid. Der FC Barcelona muss dabei einen Zwei-Tore-Rückstand aufholen, um noch ins Halbfinale der Champions League einzuziehen. Die emotionale Lage ist bereits jetzt auf dem Siedepunkt, wobei die eingereichte Beschwerde zusätzlichen Zündstoff in die ohnehin schon hochbrisante Begegnung bringt. Die Entscheidung der UEFA wird mit Spannung erwartet, könnte sie doch Präzedenzcharakter für künftige VAR-Einsätze haben.



