Wiedervereinigung in Budapest: Maier und Dardai schmieden Pläne für Újpest
Zwei prominente ehemalige Hertha-Spieler haben sich in Ungarn wieder zusammengefunden. Die Hertha-Legende Pal Dardai, der seit Januar 2026 als Sportdirektor bei Újpest Budapest tätig ist, holte Ende Januar 2026 den Mittelfeldspieler Arne Maier vom FC Augsburg nach Budapest. Damit setzt sich eine lange gemeinsame Geschichte fort, die am 13. Mai 2017 begann, als Dardai den damaligen Top-Talenten Maier bei Hertha BSC zum Bundesliga-Profi machte.
„Ich soll ein Motor der Mannschaft sein“
Im exklusiven Interview spricht der 27-jährige Maier über seine schnelle Eingewöhnung in der ungarischen Hauptstadt. „Ich habe mich in Budapest sehr schnell wohlgefühlt“, erklärt der Spielmacher. „Der Verein hat mir von Anfang an das Gefühl gegeben, dass man mich wirklich wollte und ich hier eine wichtige Rolle spielen soll.“ Diese Vertrauensbasis zu Dardai, der ihn seit seiner Hertha-Zeit extrem gut kennt, war laut Maier ein entscheidender Faktor für den Wechsel.
Maier sieht sich vor allem im Zentrum des Mittelfelds, wo er das Spiel lenken, Rhythmus geben und Verantwortung übernehmen kann. „Ich kann als Sechser, Achter oder auch etwas offensiver spielen“, so der 27-Jährige, „aber entscheidend ist für mich weniger die Zahl auf dem Papier als die Rolle im Spiel.“ Újpest hat ihn geholt, um seine gesamte Erfahrung und Spielintelligenz einzubringen – Maier soll und will ein Motor der Mannschaft sein.
Kurzfristige Stabilisierung, langfristige Ambitionen
Die Ziele mit Sportdirektor Dardai und Mittelfeld-Boss Maier bei Újpest sind klar definiert. „Kurzfristig geht es darum, die Mannschaft zu stabilisieren und sportlich schnell ein anderes Gesicht zu zeigen“, erläutert Maier. Der Verein, der aktuell auf Platz 8 in der ungarischen Liga steht, befindet sich nicht dort, wo ein Klub mit dieser Tradition hinwill.
Langfristig geht es um den Aufbau eines klaren sportlichen Weges, die qualitative Weiterentwicklung der Mannschaft und die Rückkehr in Regionen, in denen Újpest dauerhaft um die vorderen Plätze und perspektivisch um internationale Plätze mitspielen kann. „Der Klub hat große Ambitionen, und ich möchte helfen, diese Ziele mit Leben zu füllen“, betont der Mittelfeldspieler.
Emotionale Verbindung zu Hertha bleibt bestehen
Auf die Frage nach einem möglichen Hertha-Comeback antwortet Maier diplomatisch: „Hertha wird für mich immer ein besonderer Verein bleiben, weil dort meine fußballerische Ausbildung stattgefunden hat und ich dort zum Profi geworden bin.“ Im Winter habe es jedoch keine Gespräche mit dem Berliner Verein gegeben. „Im Fußball soll man nie etwas kategorisch ausschließen, und natürlich habe ich eine emotionale Verbindung zu Hertha. Aber im Winter war mein Fokus auf meiner sportlichen Zukunft, und die hat mich jetzt nach Budapest geführt.“
Dardais besondere Qualitäten
Maier schwärmt von den Qualitäten seines Ziehvaters: „Pal ist besonders, weil er Spielern ehrlich begegnet. Bei ihm weißt du immer, woran du bist.“ Dardai habe ihn früh gefördert, ihm in jungen Jahren Vertrauen gegeben und ihn 2017 in der Bundesliga debütieren lassen. „Was er bei mir vielleicht besonders gut schafft, ist, dass er meine Mentalität anspricht: Verantwortung, Klarheit, Disziplin, Mannschaftsdenken.“
Der Unterschied zwischen Trainer Dardai und Sportdirektor Dardai liegt laut Maier in der Perspektive: „Als Trainer ist Pal direkt am Tagesgeschäft, nah an der Mannschaft, sehr klar in Ansprache, Belastung und Details auf dem Platz. Als Sportdirektor denkt er noch größer: Kaderstruktur, Philosophie, Entwicklung des Vereins, Transferstrategie, personelle Weichenstellungen.“ Das Grundprinzip sei jedoch dasselbe geblieben: Ehrlichkeit, Klarheit und der Blick dafür, was einer Mannschaft wirklich hilft.
Neustart mit 27 Jahren
Nach einer schwierigen Hinrunde 2025/26 beim FC Augsburg, wo er unter Trainer Sandro Wagner wenig Spielrhythmus fand, sieht Maier in Budapest eine Chance für den Neustart. „Ich bin 27 Jahre und habe noch starke Jahre vor mir!“, betont der Spieler. „Ich will als Führungsspieler Verantwortung übernehmen, sportlich auf einem guten Niveau spielen und mit einer Mannschaft etwas aufbauen.“
Maier, der in der Bundesliga insgesamt 184 Spiele für Hertha BSC, Arminia Bielefeld und den FC Augsburg absolvierte, ist extrem motiviert, jetzt noch einmal richtig anzugreifen und zu zeigen, was dauerhaft in ihm steckt. Mit Pal Dardai an seiner Seite und der klaren Vision für Újpest Budapest könnte dieser Neuanfang der Beginn einer erfolgreichen neuen Karrierephase werden.



