Werden aus den Silberpfeilen bald Giftpfeile? Beim Grand Prix in Kanada Ende Mai lieferten sich George Russell (28) und Kimi Antonelli (19) über 30 Runden ein hartes Duell. Mehrfach kamen sich die beiden Mercedes-Stars gefährlich nahe, Kollisionen wurden nur knapp vermieden. Diese Szenen verfolgte Toto Wolff (54) in der Garage am Bildschirm – und sein Herz schlug sicherlich schneller.
Wolff: Keine Stallorder, Vertrauen in die Fahrer
Dennoch will der Teamchef, CEO und Miteigentümer des Formel-1-Rennstalls auch in Zukunft auf eine Stallorder verzichten. Der Österreicher betonte: „Wir werden uns mit Stallordern so lange wie möglich – und wenn es geht, dann ganz – zurückhalten. Wir glauben nicht, dass wir sie brauchen, und lassen die Jungs fahren. Sie wissen, wo die Grenze ist. In Kanada sind sie beinahe darüber hinausgeschossen, aber das haben wir in einem Gespräch geklärt.“
Vertrauen statt Regeln
Wolff setzt auf das Verantwortungsbewusstsein seiner Piloten. Daher verzichtet er auf spezielle Regeln für Positionskämpfe. Andere Top-Teams wie McLaren handhaben das anders: Dort gelten die sogenannten „Papaya-Regeln“. Lando Norris (26) und Oscar Piastri (25) müssen sich gegenseitig sauberes und faires Racing ermöglichen, Kontakt der Boliden ist strikt verboten. Wolff sieht solche Vorschriften als überflüssig an: „Kimi und George wissen, was sie Mercedes zu verdanken haben. Natürlich wollen Piloten eher die Fahrer- als die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewinnen, doch das Team steht an erster Stelle.“
Mercedes-Akademie als Fundament
Wolff erinnert daran, dass sowohl Russell als auch Antonelli aus der Mercedes-Akademie stammen. Daher seien sie sich ihrer Verantwortung für den Erfolg des Rennstalls bewusst. Allerdings weiß Wolff auch, dass dieser Gedanke zeitweise in den Hintergrund rücken kann. Schließlich haben beide Piloten noch keinen WM-Titel gewonnen. Wolff traut beiden den Titel zu. Über Antonelli, der die Fahrerwertung vor Russell anführt, sagte er: „Kimi hat das Zeug zum Weltmeister. Er ist ein Top-Pilot, der alles in seiner Karriere erreichen kann. Das zeigt er aktuell mit seinen Leistungen.“
Fazit: Vertrauen als Strategie
Mercedes setzt weiterhin auf die Eigenverantwortung seiner Fahrer, anstatt mit strikten Anweisungen zu regieren. Ob diese Strategie aufgeht, wird die Saison zeigen. Fest steht: Die Silberpfeile bleiben ein spannendes Team mit großem Potenzial.



