Charles Leclerc hat den chaotischen Grand Prix von Großbritannien in Silverstone gewonnen und damit seinen ersten Sieg seit 623 Tagen gefeiert. Der Monegasse profitierte von einem Technik-Desaster beim WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli, der zehn Runden vor Schluss einen Schaden an seinem Mercedes meldete und auf Platz 16 zurückfiel. Leclerc verwies George Russell im zweiten Mercedes auf Rang zwei, während Lokalheld Lewis Hamilton Dritter wurde. Max Verstappen erlebte ein Debakel und schied vier Runden vor dem Ende im Kiesbett aus.
Leclercs emotionaler Sieg nach schwierigen Wochen
„Es ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte Leclerc nach seinem neunten Karrieresieg. „Nach den letzten Wochen, die besonders schwierig waren, nun zu gewinnen, macht mich unglaublich glücklich.“ Der Ferrari-Pilot überquerte die Ziellinie unter dem Safety-Car, das nach Verstappens Ausfahrt auf die Strecke gekommen war. Leclercs letzter Sieg datierte vom USA-Rennen in Texas 2024.
Hamilton musste eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen eines Fehlstarts verbüßen und verlor durch einen Taktikfehler beim Boxenstopp den zweiten Platz. Zudem drohte dem Rekordweltmeister eine weitere Strafe wegen eines möglichen Vergehens während einer Gelb-Phase.
Antonellis Pechsträhne reißt nicht ab
Kimi Antonelli erlebte ein Desaster. Der 19-jährige Italiener, der am Samstag noch den Sprint gewonnen hatte, klagte zehn Runden vor Schluss über einen Schaden an seinem Mercedes. „Die Aufhängung ist gebrochen“, schrie er über Funk. Er fiel weit zurück und wurde punktloser 16. – zum dritten Mal in Folge ohne Sieg. Sein Vorsprung in der WM-Wertung auf Russell schmolz auf 25 Punkte.
Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich betroffen: „Das Bittere ist, dass der Kimi mit so großen Schritten auf Leclerc zugegangen ist, dass er ihn vermutlich sechs Runden vor Schluss erwischt hätte. Das ist natürlich Pech, mir tut es für den Kimi leid.“ Antonelli, der die Pole Position geholt hatte, verpatzte erneut den Start und fiel hinter Leclerc und Hamilton zurück.
Verstappens Frust hält an
Max Verstappen erlebte ein weiteres enttäuschendes Wochenende. Nach Platz sechs im Sprint und Rang sieben in der Qualifikation schied der Niederländer vier Runden vor Schluss im Kiesbett aus. „Peinlich, schlecht“, lautete sein Fazit. Er klagte über die Balance im Auto und fehlenden Top-Speed. „Ich bin ja nicht abergläubisch, aber ich komme mir vor, als hätte ich eine schwarze Katze überfahren“, meinte Verstappen fatalistisch. „Ehrlich, ich hasse diesen Wagen“, sagte der Red-Bull-Star nach seinem Aus.
Nico Hülkenberg, der einzige deutsche Fahrer im Feld, sah die Zielflagge nicht. Der Audi-Pilot musste in der 38. Runde wegen eines Defekts auf dem Rasenstreifen abstellen und bleibt weiter punktlos.
Chaotischer Schlussakt mit Safety-Car
Der Grand Prix bot einen wilden Schlussakt. Nach Antonellis Problemen und Verstappens Ausfahrt kam das Safety-Car auf die Strecke, was das Feld bis zur letzten Runde einbremste. Hamilton versuchte einen Boxenstopp, um noch einmal Platz eins anzugreifen, kam aber hinter Russell als Dritter zurück. Die 175.000 Zuschauer erlebten ein Rennen voller Dramatik, das Leclerc für sich entschied.



