Finnland hat sich zum neuen Eishockey-Weltmeister gekrönt und das Final-Trauma der Schweiz weiter verlängert. Die Nordeuropäer besiegten den WM-Gastgeber in Zürich nach Verlängerung mit 1:0 (0:0, 0:0, 0:0, 1:0) und sicherten sich damit den insgesamt fünften Titelgewinn. Konsta Helenius von den Buffalo Sabres erzielte in der Verlängerung das entscheidende Tor und bescherte der Schweiz die fünfte Final-Niederlage nach 2013, 2018, 2024 und 2025.
Starke Defensive der Finnen
Bei den vorherigen neun Siegen dieser WM in Zürich hatte die Schweiz ihre Gegner von Beginn an dominiert, auch dank der Unterstützung der Fans. Finnland gelang es jedoch, die Gastgeber mit Härte und einer starken Defensive zu bekämpfen. „Sie sind wie Roboter“, beschrieb Deutschlands NHL-Star Moritz Seider die Finnen. Der Schweizer Torhüter Leonardo Genoni stand deutlich mehr im Mittelpunkt als sein Gegenüber Justus Annunen.
Schweiz in Überzahl ohne Erfolg
Auch in doppelter Überzahl schaffte es die Schweiz zu Beginn des Mitteldrittels nicht, NHL-Torhüter Annunen in Bedrängnis zu bringen. Das Team von Trainer Jan Cadieux erinnerte dabei an die torlosen Finalspiele 2024 und 2025 unter dem damaligen Coach Patrick Fischer. Der 50-jährige Fischer musste wenige Wochen vor der WM wegen eines gefälschten Covid-Impfzertifikats vor Olympia 2022 zurücktreten.
Mitte des zweiten Drittels gelang es der Schweiz, den Gegner unter Druck zu setzen. Schuss um Schuss kam auf das Tor von Annunen. Finnland dagegen schoss nur zweimal auf das Tor von Schlussmann Genoni.
Torlose 60 Minuten
Auch im dritten Drittel dominierten die Defensivreihen. Finnland wurde wieder gefährlicher, doch die Schweiz hatte die besten Gelegenheiten. Wie schon im Vorjahr in Stockholm ging es nach torlosen 60 Minuten in die Verlängerung.
In der Extraspielzeit traf zunächst Finnland den Pfosten (62.), wenig später schoss der Schweizer Damien Riat (64.) an die Latte. Dann zielte Helenius (71.) besser und machte Finnland zum Weltmeister.
Norwegen gewinnt sensationell Bronze
Norwegen hatte zuvor im Spiel um Platz drei erstmals bei einer Eishockey-WM eine Medaille gewonnen. Die Skandinavier bezwangen Rekordchampion Kanada nach Verlängerung mit 3:2 (1:0, 1:0, 0:2, 1:0) und feierten einen historischen Erfolg. Das zuvor beste Ergebnis der Norweger bei einer WM war 1951 der vierte Platz, damals fand die Endrunde allerdings in Gruppenform statt.



