Eishockey-Skandal im Playoff: Brutaler Check überschattet Viertelfinale zwischen München und Ingolstadt
Eishockey-Skandal: Brutaler Check überschattet Playoff-Kracher

100 Sekunden der Schande: Skandal-Check überschattet Playoff-Kracher des EHC

Im dramatischen Viertelfinal-Duell zwischen dem EHC Red Bull München und dem ERC Ingolstadt ist das Eishockeyspiel völlig eskaliert. Ein brutaler Check, schwere Verletzungen und der Eishockey-Skandal des Jahres überschatten den Playoff-Kracher. Die Hintergründe zum Abend, an dem alle Sicherungen durchbrannten.

Spielabbruch nach folgenschwerem Check

Unter Pfiffen und fliegenden Bechern verließ Münchens Verteidiger Fabio Wagner nach seinem brutalen Check gegen Edwin Tropmann die Eisfläche in Ingolstadt. Die Schiedsrichter Christopher Schadewald und Marian Rohatsch hatten zuvor die Trainer beider Teams zu sich gerufen und erklärt, dass sie die Mannschaften nicht mehr zurück aufs Eis lassen würden, um das vierte Playoff-Spiel dieser Viertelfinal-Serie zu Ende zu spielen. Ein Quasi-Spielabbruch nach 100 Sekunden der Schande.

Tropmann schwer verletzt

Der folgenschwere Check von Wagner gegen Tropmann hatte traurige, unwürdige und zutiefst unsportliche Höhepunkte gesetzt. Wagner, der früher selbst für Ingolstadt gespielt hatte und sogar fünf Jahre Kapitän war, hatte ERC-Verteidiger Edwin Tropmann mit voller Wucht und Geschwindigkeit über den Haufen gefahren. Der 20-Jährige verlor bei der Rambo-Aktion seinen Helm und knallte ungeschützt aufs Eis.

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Tropmann war sofort bewusstlos, nur die Beine zuckten noch unkontrolliert. "Ärzte aufs Eis", rief der entsetzte Stadionsprecher. Ingolstadts Teamarzt Stephan Ehlers zeigte umgehend an, dass Tropmann schwer verletzt war. Sanitäter eilten aufs Eis und kümmerten sich um die Notversorgung. Erst nach mehreren Minuten wurde Tropmann auf einer Trage aus der Arena gebracht.

Emotionen kochen hoch

"So etwas wollen wir nicht sehen. Die Gedanken sind jetzt bei dem Burschen", sagte Münchens Manager Christian Winkler. "Fabio ist keiner, der für so etwas steht. Aber da sind bei ihm die Emotionen wohl durchgegangen. Absicht unterstelle ich ihm aber sicher nicht." Tropmann kam erst im Krankenwagen wieder zu Bewusstsein.

Panther-Sportdirektor Tim Regan prangerte die Münchner an: "Die Trainer müssen die Mannschaft im Griff haben, vor allem bei dem Spielstand war das eine völlig unnötige Aktion. So etwas darf nicht passieren. Das schadet unserem Produkt und der Gesundheit unserer Spieler."

Empörung in Ingolstadt

Wie sehr das Produkt gelitten hatte, zeigte sich auch nach der Schlusssirene. Die Ingolstädter Fanseele kochte verständlicherweise über. Der Münchner Mannschaftsbus konnte das Gelände nur unter Geleitschutz einer Hundertschaft Polizisten verlassen. Zuvor hatte EHC-Coach David Oliver noch auf dem Eis beim übertragenden Sender MagentaSport ein Interview gegeben.

Sichtlich mitgenommen und überfordert meinte er, "dass er so ein Spiel noch nie gesehen" hätte, und sprach von "einem Unfall". Es sei "Teil des Spiels, einen Weg ins Spiel zurückzufinden. Und sei es für das nächste Spiel". Nicht gerade die Worte, die in dieser Situation angemessen erschienen.

Entschuldigung und erste Entwarnung

Tags darauf meldete sich Wagner auf Instagram zu Wort. Er, der bei seinem Wechsel nach München erklärt hatte, dass er "den ERC Ingolstadt immer in seinem Herzen tragen" würde, meinte: "Lieber Edwin, was gestern auf dem Eis passiert ist, tut mir aufrichtig leid. Es war ein Fehler von mir und ich trage die volle Verantwortung für mein Handeln. Das Wichtigste ist, dass du schnell wieder fit wirst."

Immerhin gab es leichte Entwarnung von Tropmann, der eine Kopf- und Nackenverletzung erlitten hatte. "Danke an alle für die vielen lieben Genesungswünsche. Hat mich echt gefreut und motiviert! Ich geb mein Bestes, schnell wieder fit zu werden", erklärte er aus dem Krankenhaus.

Disziplinprobleme beim EHC

Leider war Wagner nicht der einzige EHC-Spieler, der komplett ohne Emotionskontrolle agierte. Jeremy McKenna hatte zuvor bereits Daniel Schmölz mit einem Ellenbogen-Check niedergestreckt und bekam dafür fünf Minuten plus Spieldauer. Dillon Heatherington schlug wild auf Morgan Ellis ein.

125 Strafminuten standen am Ende auf Münchner Seite zu Buche (Ingolstadt 50), darunter viermal fünf Minuten, zweimal zehn und dreimal 20 Minuten. Zum Vergleich: In der gesamten Hauptrunde (52 Spiele) hatte der EHC zuvor 518 Strafminuten kassiert.

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Ausblick auf die Serie

Die Entscheidung des Disziplinarausschusses unter dem Vorsitzenden Alexander Barta – früherer EHC-, aber auch Ingolstadt-Spieler – über etwaige Sperren für die Münchner Spieler stand zunächst noch aus. Am Donnerstag kommt es jetzt in der Serie (Stand 2:2) zu Spiel fünf im SAP-Garden.

"Ich denke, beide Seiten hoffen, dass dies wieder ein normales Eishockeyspiel wird", sagte Manager Winkler. "So normal wie es sein kann." Hoffentlich dann mit coolen Köpfen und Herzen, nach einem Abend, der als einer der dunkelsten in der jüngeren Eishockey-Geschichte in Erinnerung bleiben wird.