Eisbären-Trainer Dubois: „Ich werde alles geben“
Eisbären-Trainer Dubois: „Ich werde alles geben“

Die ersten Tage in Berlin hätten für Éric Dubois kaum besser verlaufen können. Der neue Chefcoach der Eisbären Berlin traf am Dienstag in der Hauptstadt ein, um gemeinsam mit seiner Frau Jill die Stadt zu erkunden und sich mit den Verantwortlichen des deutschen Eishockeymeisters auf die bevorstehende Zusammenarbeit vorzubereiten.

Ein vielversprechender Start in Berlin

Bei einer Kennenlernrunde in unmittelbarer Nähe zur Arena zeigte sich Jill Dubois, die ihr Mann liebevoll „die Chefin“ nennt, begeistert von den ersten Eindrücken. „Wir haben unser neues Zuhause gesehen, waren am Gendarmenmarkt und ich habe ausgiebig eingekauft“, berichtete sie. „Ich bin sehr froh, in einer großen Stadt zu leben.“ Das Ehepaar war zuvor ein Jahr lang in Ingolstadt ansässig, wo Dubois als Assistent von Cheftrainer Mark French tätig war. Zuvor förderte er Talente im AHL-Team Manitoba Moose für den Sprung in die NHL. Winnipeg und Umgebung, die Heimat dieses Klubs, zählen rund 850.000 Einwohner.

Der Wechsel nach Berlin bedeutet nicht nur einen Schritt in eine deutlich größere Stadt, sondern auch eine enorme sportliche Herausforderung. Der 56-jährige Dubois übernimmt zum ersten Mal in seiner Karriere die Leitung eines Profiteams als Cheftrainer. Vor 17 Jahren coachte er bereits eine Mannschaft in der kanadischen Nachwuchsliga QMJHL, seither war er stets als Assistent aktiv. „Ich kann nachvollziehen, warum es hier und da Zweifel an meinem Lebenslauf gibt“, räumte Dubois ein. „Aber ich konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann. Ich werde alles für die Eisbären geben.“ Bei seinem Auftritt trug er Hemd, kurze Hose und Sandalen; seinen rechten Arm hält er aufgrund einer Schulterverletzung in einer Schlinge.

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Hohe Erwartungen nach Ära Aubin

Trotz der gewaltigen Herausforderung wirkt Dubois gelassen. Nach fünf Meistertiteln in den vergangenen Spielzeiten unter Serge Aubin, der zum SC Bern wechselte, sind die Ansprüche in Berlin immens. „Mir ist bewusst, dass hier jedes Jahr der Anspruch besteht, um die Meisterschaft zu spielen“, erklärte er. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er die erfolgsverwöhnte Mannschaft von seinen Fähigkeiten überzeugen. Ein neuer Assistenztrainer wird ihm noch zur Seite gestellt, und André Rankel wird als Co-Trainer zusätzliche Verantwortung übernehmen.

„Man hat nur eine Chance für den ersten Eindruck“, weiß Dubois. Bereits beim ersten Telefonat mit Sportdirektor Stéphane Richer habe er im Kopf durchgespielt, wie eine Ansprache zu Beginn der Vorbereitung Ende Juli aussehen könnte. „Ich konnte beobachten, wie viele Notizen er sich bei diesem Gespräch gemacht hat“, erinnerte sich Ehefrau Jill.

Offensives Eishockey als Markenzeichen

Den Spielstil, den Serge Aubin ab 2019 nach einer längeren Schwächephase wieder etablierte, möchte Dubois fortsetzen. „Ich will attraktives, offensives Eishockey spielen lassen“, betonte er. „Um weiterhin erfolgreich zu sein, brauche ich die Unterstützung meiner Spieler.“ Einige von ihnen lernte er bereits am Donnerstagnachmittag persönlich kennen.

Jeff Tomlinson, der 2013 nach drei Titeln in Serie auf Don Jackson folgte und es von Beginn an schwer hatte, die Fans zu überzeugen, äußerte sich zur Nachfolge Aubins: „Als ich das hörte, dachte ich sofort: Wer das macht, ist echt eine arme Sau.“ Doch Dubois lässt sich von den großen Fußstapfen nicht abschrecken. „Ich werde immer fair, aber auch bestimmt sein. Jeder muss hart arbeiten, um sich seine Rolle zu verdienen.“

Sportdirektor Richer überzeugt

Sportdirektor Stéphane Richer ist überzeugt, dass Dubois der richtige Mann für diese anspruchsvolle Aufgabe ist. „Er war einer der ersten Namen in meinem Kopf, als wir mit der Suche begannen“, sagte er. Vor zwei Jahren nahm Dubois an einem Trainingslager der Eisbären teil. „Man spürte sofort seine Leidenschaft für Eishockey. Wir sprachen sofort die gleiche Sprache.“

Das Argument fehlender Erfahrung als Chefcoach eines Profiteams versuchte Richer zu entkräften: „Als Don Jackson zu den Eisbären kam, war er als Trainer auch kein großer Name.“ Dubois selbst plant, am Freitag einen Zwischenstopp in Ingolstadt einzulegen, bevor er nach Montréal in Kanada fliegt. Dort will er Kraft für die neue Aufgabe tanken und sich Gedanken über seine erste Kabinenansprache machen.

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