DEL oder DEL2? Dresdner Eislöwen verharren in der Ungewissheit
Das Warten hat für die Dresdner Eislöwen noch kein Ende gefunden. Nachdem das Team in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) deutlich gescheitert ist, blieb zunächst eine kleine Chance auf den Verbleib in der deutschen Eliteliga bestehen. Diese Hintertür scheint nun zwar ebenfalls geschlossen, doch eine endgültige Entscheidung steht weiterhin aus.
Das Playoff-Finale als entscheidender Faktor
Der aktuelle Hintergrund: Durch den Einzug der Kassel Huskies ins Playoff-Finale der DEL2 nach einem 4:2-Erfolg gegen Bietigheim kommt es nun zum Duell gegen den Hauptrunden-Meister Krefeld Pinguine. Beide Mannschaften haben bereits einen DEL-Antrag inklusive Bürgschaft eingereicht und gelten somit als aufstiegsberechtigt. Allerdings ist in Krefeld für den Fall einer DEL2-Meisterschaft eine finale Entscheidung über einen Antritt in der DEL offenbar noch nicht getroffen worden.
Diese Unsicherheit hat wirtschaftliche Gründe. Peer Schopp, Hauptgesellschafter der Pinguine, bestätigte dies kurz vor Beginn der Playoffs. „Wir wollen in die DEL, aber aktuell fehlen uns dazu noch die finanziellen Mittel. Wir haben immer noch einen Schuldenberg, den wir abbauen müssen“, erklärte er in der Krefelder Ausgabe des Anzeigenblattes „Extra-Tipp am Sonntag“. „Wir sind nicht Red Bull oder SAP. In Krefeld müssen alle mitmachen und mithelfen, um so eine Mammutaufgabe zu bewältigen.“
Finanzielle Bedenken in Krefeld
Schopp führte weiter aus: „Wir werden im Falle einer Meisterschaft nichts unversucht lassen, um einen Aufstieg möglich zu machen, das kann ich allen Fans und Unterstützern versprechen. Aber wir werden auf keinen Fall finanziellen Selbstmord begehen, falls wir nicht genügend mehr Sponsoreneinnahmen erzielen können.“
Diese finanzielle Zurückhaltung der Pinguine, die im Jahr 2022 aus der DEL abgestiegen waren, hält die Tür für die Dresdner Eislöwen weiterhin einen Spalt offen. Sollten sich die Krefelder im Playoff-Finale gegen Kassel durchsetzen, müssten sie zeitnah entscheiden, ob sie das Aufstiegsrecht tatsächlich wahrnehmen. Falls sie verzichten, bliebe Dresden doch erstklassig.
Dresdens klare Haltung und die zeitliche Herausforderung
„Sollte es so sein, schenken wir den DEL-Platz nicht her“, stellte Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf bereits klar. Allerdings dürfte vor Mitte Mai keine endgültige Klärung eintreten. Diese zeitliche Verzögerung stellt eine erhebliche Herausforderung dar, denn sie macht es extrem schwierig, dann noch ein konkurrenzfähiges DEL-Team auf die Beine zu stellen – und das gilt unabhängig davon, welcher Klub letztlich den Platz einnehmen würde.
Die Situation bleibt also angespannt. Während die Playoffs in der DEL2 ihrem Höhepunkt zusteuern, bangen die Dresdner Eislöwen weiter um ihre Zukunft in der höchsten deutschen Spielklasse. Die finanzielle Lage in Krefeld wird dabei zum bestimmenden Faktor, der über den Verbleib Dresdens in der DEL entscheiden könnte.



