Julian Nagelsmann tritt als Bundestrainer zurück – Jürgen Klopp als Nachfolger gehandelt
Nagelsmann zurückgetreten – Klopp als Nachfolger gehandelt

Vier Tage nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Amerika hat Julian Nagelsmann seinen Rücktritt als Bundestrainer erklärt. Der 38-Jährige zog damit die Konsequenz aus der enttäuschenden Leistung und dem Druck des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In einer vom DFB verbreiteten Stellungnahme sagte Nagelsmann: „Ich habe in den vergangenen Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und mich mit Vertrauten in meinem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient.“

Nagelsmanns Amtszeit: Ein steter Wandel ohne lineare Entwicklung

Nagelsmann war im September 2023 mit 36 Jahren als jüngster Bundestrainer aller Zeiten angetreten – ein Bruch mit der Tradition, die eher erfahrenere Klubtrainer auf diesem Posten sah. DFB-Sportdirektor Rudi Völler hatte bei seiner Vorstellung gesagt: „Er ist genau der Richtige mit seiner Art. Er wird es top hinkriegen.“ Tatsächlich durchlief Nagelsmann mehrere Wandlungen: Mal setzte er auf technisch versierte Spieler wie Kai Havertz als verkappten Linksverteidiger, mal forderte er mehr „Arbeiter“. Die beste Phase erlebte die Mannschaft zwischen März 2024 und März 2025, als sie von 17 Länderspielen zwölf gewann und nur eine Partie verlor – das EM-Viertelfinale gegen den späteren Europameister Spanien. Doch bei der WM 2026 wirkte das Team wie eine schlechte Kopie der EM: Nagelsmanns Entscheidungen, wie die Reaktivierung von Manuel Neuer und die Versetzung von Joshua Kimmich vom Zentrum an den Rand, gingen nicht auf. Der Trainer wirkte reizbar und zeigte keine klare Linie.

Der Druck des DFB und die Rolle von Jürgen Klopp

Der DFB hatte den Vertrag mit Nagelsmann zweimal verlängert, zuletzt bis zur EM 2028. Doch nach der 0:2-Niederlage gegen Paraguay, die das Aus in der Vorrunde besiegelte, war der Druck zu groß. Der Verband bestätigte, dass nun Gespräche mit Jürgen Klopp geführt werden. „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen“, teilte der DFB mit. „Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert.“ Klopp, 59, ist derzeit als Head of Global Soccer bei Red Bull und als Experte bei Magenta TV tätig. Da das nächste Länderspiel erst Ende September in der Nations League gegen die Niederlande ansteht, besteht kein akuter Zeitdruck.

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Analyse: Warum Nagelsmann scheiterte

Nagelsmanns Amtszeit war geprägt von ständigen Neuausrichtungen, doch eine nachhaltige Entwicklung blieb aus. Während er bei der EM 2024 noch als klarer Sieger galt, weil er die Dinge einfach hielt und kluge Entscheidungen traf – wie die Rückholung von Toni Kroos –, war er bei der WM 2026 der größte Verlierer. Die Mannschaft spiegelte die Unruhe des Trainers wider. Experten sehen darin eine direkte Linie: So wie Nagelsmann bei der EM überzeugte, scheiterte er bei der WM. Der DFB hofft nun, mit Klopp einen erfahrenen und ruhenden Pol zu gewinnen, der die Nationalmannschaft langfristig führen kann.

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