Grand-Slam-Sieger in Halle gefeiert
In Halle an der Westfalen wurde Tennis-Star Alexander Zverev (29) für seinen ersten Grand-Slam-Titel bei den French Open geehrt. Der 29-Jährige erschien im blauen Trainingsanzug, während aus den Lautsprechern „Simply the best“ von Tina Turner erklang. Tausende Zuschauer kamen auf den Centre Court, der eigens für diesen Anlass bereits am Sonntag öffnete. Mit auf der Tribüne waren seine Freundin Sophia Thomalla (36) und seine Tochter Mayla (5), die sich prächtig verstanden. Auch Zverevs Eltern Alexander senior (66) und Irina (39), Bruder Mischa (38) mit Sohn Illarion sowie sein Kumpel Marcelo Melo (42) waren anwesend. Lediglich Oma Natalia Fateeva (78) fehlte, da sie Urenkel Mischa (5) zurück nach Monte Carlo brachte.
Emotionale Worte an die Fans
Zverev richtete sich an das Publikum: „Diesen Sieg gemeinsam mit euch allen zu feiern, bedeutet mir sehr viel, das ist sehr besonders.“ Er gewährte einen Einblick in seine Gefühlswelt der letzten Jahre, in denen er dem ersehnten Major-Titel nachjagte. „Den Support aus Deutschland habe ich über die letzten 15 Jahre gespürt, das ist unglaublich. Ich habe die Unterstützung gefühlt und mitgenommen. Das hat unfassbar viel gebracht und geholfen zu wissen, dass zu Hause alle hinter mir stehen und vorm Fernseher mitgefiebert haben. Das macht Tennis einfacher“, sagte die Nummer 3 der Welt.
DTB-Präsident Dietloff von Arnim (66) lobte: „Wir haben uns das in Tennis-Deutschland lange gewünscht, dass es wieder einen Grand-Slam-Sieger gibt. Dass es jetzt in Paris geklappt hat, hat uns alle wahnsinnig gefreut. Wie du wiedergekommen bist nach der Verletzung, zeigt deinen Willen, deine Persönlichkeit und deinen Tennis-Charakter.“ Zverev konterte schlagfertig: „Herr Präsident, ich hoffe, dass wir nach meinem Karriereende nicht wieder 30 Jahre auf den nächsten deutschen Grand-Slam-Sieger warten müssen. Ich hoffe, es dauert nicht länger als zwei, drei Jahre.“
Blick nach vorne
Der DTB-Boss ist überzeugt: „Wenn du spielst, das will Deutschland sehen. Du entfachst eine riesengroße Begeisterung.“ Das war in Halle bereits am Tag vor dem Start des Hauptfeldes spürbar. Am Dienstag trifft Zverev in der ersten Runde auf den Tschechen Vit Kopriva (28). „Job bleibt Job. Ich kann mich nicht entspannen, nur weil ich Grand-Slam-Champion bin. Ich muss normal weitertrainieren. Ich mag es zu trainieren, zu spielen, die schwierigen Partien zu haben. Das mag ich, seit ich klein war. Das Kind ist immer noch in mir.“
Am Sonntag trainierte er und schaute am Nachmittag fast nur auf die Miniaturausgabe des Coupe des Mousquetaires, den Siegerpokal aus Paris, den er mitgebracht hatte. „Dieser Pokal ist über fast 30 Jahre verdient. Wir haben alles dafür getan, so einen Titel zu gewinnen. Es hat etwas länger gedauert, als geplant, aber am Ende haben wir es geschafft“, sagte Zverev in Richtung seiner Familie und Freundin Sophia Thomalla.
Kampfansage und Autogrammstunde
Die Fans hörten seine neue Kampfansage: „Ich möchte noch sehr lange Tennis spielen und viele Grand-Slam-Titel gewinnen.“ Dann nahm er die Grafiken, die er geschenkt bekam, gab Tochter Mayla einen Kuss und ging zu den Anhängern, um fleißig Autogramme zu geben. Zeit dafür hatte er, denn die 1576 Nachrichten auf seinem Handy sind fast alle beantwortet. „Es sind nur noch 20 Nachrichten übrig, auf die ich nicht antworten möchte“, lachte er. Übrigens traf er seinen Finalgegner aus Paris, Flavio Cobolli (24), in Halle wieder. Zverev: „Mir geht's gut, ihm ging es beschissen. Ich hatte schon so ein Finale wie er jetzt, 2020 gegen Dominik Thiem. Der Unterschied: Er hatte das Finale nicht erwartet. Aber dadurch hat er jetzt den Glauben, weitere Finals zu spielen.“



