Eishockey-Bundestrainer Harold Kreis muss ein Jahr vor Heim-WM gehen
Eishockey-Bundestrainer Kreis muss vor Heim-WM gehen

Knapp elf Monate vor dem Start der Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland hat der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) die Trennung von Bundestrainer Harold Kreis verkündet. Der 62-Jährige muss seinen Posten räumen, nachdem die Nationalmannschaft bei drei aufeinanderfolgenden Turnieren die Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Sportliche Stagnation führt zur Entscheidung

Sportchef Christian Künast betonte in einer offiziellen Mitteilung des Verbandes, dass die Zusammenarbeit mit Kreis stets von Vertrauen, Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt gewesen sei. Auch menschlich habe die Beziehung hervorragend funktioniert. Dennoch sei die Entscheidung notwendig geworden, da die Entwicklung der Mannschaft zuletzt stagniert habe. „Diese sportliche Gesamteinschätzung hat letztlich zu unserer Entscheidung geführt“, so Künast. Der Verband sei überzeugt, dass ein neuer Impuls her müsse. Künast selbst stand zuletzt ebenfalls in der Kritik, bleibt jedoch im Amt.

Vertrag trotz Verlängerung beendet

Erst im vergangenen Jahr war der Vertrag von Kreis bis 2027 verlängert worden. Die WM 2027 findet in Deutschland statt, doch Kreis wird diese nicht mehr als Cheftrainer erleben. Die Trennung erfolgte nach einer Serie von Enttäuschungen: Bei der Weltmeisterschaft 2025 verpasste Deutschland das Viertelfinale, ebenso wie bei der abgelaufenen WM 2026 in der Schweiz. Dazwischen lag das olympische Turnier im Februar, bei dem die vermeintlich beste deutsche Nationalmannschaft der Geschichte mit allen NHL-Stars um Leon Draisaitl trotz eines günstigen Spielplans eine Medaille verpasste.

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Kritik der Spieler und personelle Konsequenzen

Nach dem olympischen Turnier hatten mehrere Spieler deutliche Kritik am Coaching und an der Organisation geäußert. DEB-Sportvorstand Künast zeigte sich daraufhin selbstkritisch, zog aber zunächst keine personellen Konsequenzen. Nun folgte die Trennung von Kreis, jedoch ohne weitere Veränderungen im Verband.

Vom Vize-Weltmeister zur Stagnation

Kreis war bereits 2010 als Assistent von Bundestrainer Uwe Krupp am Einzug ins WM-Halbfinale beteiligt. In seiner ersten Saison als Cheftrainer führte er das deutsche Team 2023 überraschend ins WM-Endspiel gegen Kanada, das mit 2:5 verloren ging. Die folgenden drei Turniere verliefen jedoch ernüchternd. Zudem gab es vermehrt Absagen von Spielern für die Nationalmannschaft, Kritik an der Personalauswahl, an den Einsatzzeiten der Stars bei Olympia und am Coaching während der Spiele. Bei der WM in der Schweiz verzichtete Kreis in entscheidenden Momenten auf übliche Auszeiten, was ebenfalls für Unmut sorgte.

Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. Der DEB hofft, rechtzeitig vor der Heim-WM 2027 einen neuen Impuls setzen zu können.

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