Alba Berlin zwingt Bayern München in entscheidendes Spiel 5
Alba zwingt Bayern in Entscheidungsspiel 5

Alba Berlin hat die Finalserie der Basketball-Bundesliga (BBL) gegen den FC Bayern München mit einem 71:61 (42:45)-Sieg ausgeglichen und damit ein entscheidendes fünftes Spiel erzwungen. Die Berliner zeigten eine beeindruckende Defensivleistung und trotzten den favorisierten Münchnern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle.

Kompromisslose Abwehrarbeit

Die kompromisslose Abwehrarbeit brachte die Gäste zunehmend aus dem Konzept. Die Minuten verrannen in der Max-Schmeling-Halle, Alba Berlin entnervte den Kontrahenten. Die Fans entfachten derweil eine unglaubliche Stimmung, die mit jedem Punkt an Intensität gewann. Manch einer wird nach Spielende erst einmal eine Reise nach München gebucht haben. Denn Alba glich die Finalserie gegen den FC Bayern mit einem 71:61 (42:45) zum 2:2 aus. Damit kommt es am Sonntag zum alles entscheidenden Spiel um den Titel (16.30 Uhr, Dyn).

Über sich hinausgewachsen

Über sich hinausgewachsen sind die Profis von Alba in dieser Saison schon oft. Immer mehr sogar, je länger die Spielzeit in der Basketball Bundesliga (BBL) dauerte. Vielleicht hatten es die Berliner dabei einfacher als andere. Denn ihre Mannschaft mit vielen jungen Spielern besaß kein großes Reservoir an Erfahrungen. Dafür aber viel Lernbereitschaft und reichlich Willen. Ebenso bestach das Team mit Durchsetzungskraft, mit Nervenstärke, mit Kampfgeist – vor allem aber mit jeder Menge Talent.

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Faszinierendes Play-off

Das eröffnete der Truppe von Trainer Pedro Calles viele Optionen. Es fehlte nicht viel zum Pokalsieg. Dieser Rückschlag im Pokalendspiel gegen Bamberg, bei dem einige Verletzungen eine Rolle spielten, führte die Mannschaft aber eher noch mehr zusammen. Sie verarbeitete ihn, zeigte den Franken in einem aufregenden Halbfinale, dass das Team vier Monate später auf einem anderen Niveau agierte. Einem, das deutlich über dem lag, das mancher ihm zugetraut hätte. Daraus ergab sich letztlich ein faszinierendes Play-off. Die Berliner offerierten ein emotionales Spektakel. Immer trafen sie auf Gegner, die gerade mit starken Serien aufwarteten und sich unschlagbar fühlten. Im Viertelfinale gegen Vechta lag Alba zweimal hinten, setzte sich aber trotzdem durch. Im Halbfinale gegen Bamberg überragten die Berliner zunächst, kassierten aber bei den Franken dennoch schmerzliche Niederlagen. Auch das steckten sie weg und zogen weiter in das Finale.

Druck und Herausforderungen

Dass sich das Team mit Druck und Herausforderungen arrangieren kann, demonstrierte es auch gegen die Bayern. Kaum jemand hätte für möglich gehalten, dass Alba nahezu auf Augenhöhe mit den Münchnern agieren kann. Nach 16 BBL-Siegen in Folge setzte es für die Süddeutschen wieder eine Niederlage. Für den Liga-Primus war das kein Problem, er verkraftete es. Aber der Hauptrundenzweite zwang die Bayern zu Bestleistungen.

Dramatisches letztes Heimspiel

Gegen diese kam Alba in Partie drei nicht an. Die Berliner mussten ihren Stil ein wenig aufgeben. Der Titelverteidiger erschwerte das Zusammenspiel. Bei Alba war jeder mehr auf sich allein gestellt. Das wollte das Team in der vierten Partie wieder korrigieren, um eine bessere Chance zu haben. Um auch im Finale wenigstens eine Heimpartie, diesmal die letzte der Saison, für sich zu entscheiden. Und damit ein allerletztes Saisonspiel zu erzwingen. Den Berlinern blieb nichts anderes übrig, als erneut über sich hinauszuwachsen.

Spielverlauf

Sie gaben sich alle Mühe. Der Start in die Partie verlief dabei wie gewünscht. Die ersten Dreier saßen, Alba kam zum Korb durch und ließ den Ball laufen. Dazu stand auch die Defensive gut. Obwohl die Bayern ihrerseits passabel trafen. Wie in den anderen Spielen auch war das erste Viertel eng. Niemand konnte sich mehr als drei Punkte absetzen. Mit ihrer Dynamik gönnten die Hauptstädter den Gästen keine Ruhe. Sie beschäftigten die Bayern – und das zeigte Wirkung.

Zumindest phasenweise. Denn die Klasse des Gegners trat hervor, als die Münchner in Bedrängnis schienen. Doch aus vier Punkten Vorsprung für die Berliner wurden nach einem 0:11-Lauf sieben Zähler Rückstand (35:42/18.). Alba verlor kurz den Faden, das nutzten die Münchner knallhart. Insgesamt aber nur einen Tick waren die Bayern in der ersten Hälfte besser mit ihren Würfen aus dem Feld. Alba setzte sich bei den Rebounds öfter durch, ließ nur wenige zweite Chancen zu.

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Überwindung schlechter Läufe

Das heizte die Stimmung an in der erneut mit gut 9000 Besuchern ausverkauften Arena. Doch der Beginn der zweiten Halbzeit war zäh, beide Teams kamen lange nicht in den Rhythmus. Als aber die Münchner wieder Fahrt aufnahmen, konnte Alba nur zuschauen. Der Rückstand wuchs nach einem 0:7-Lauf auf zehn Punkte (42:52/15.). Die Ballverluste häuften sich. Aber die Berliner bissen sich fest, kamen wieder zurück und übernahmen die Führung zum Ende des dritten Viertels (58:54/30).

Mit einer unglaublichen Energieleistung blieb Alba auf Kurs. Das Team von Calles machte die Räume für die Bayern eng. Die Süddeutschen kamen offensiv kaum mehr zum Zug, waren sichtlich mitgenommen von der Hartnäckigkeit des Außenseiters. Dabei setzte sich Alba vor allem dank eines starken Justin Bean auf 14 Punkte ab (68:54/35.). Und hat nun die Chance, diese Saison in München am Sonntag zu krönen.