Javi Fernández (19) bleibt ein weiteres Jahr beim 1. FC Nürnberg. Das Mittelfeld-Juwel des FC Bayern verlängerte seine Leihe an die Franken trotz großer Interesse anderer Vereine. Im Interview mit BILD erklärt der Spanier seine Beweggründe, spricht über sein zehnmonatiges Verletzungsdrama und die Geheimnisse von Bayern-Trainer Vincent Kompany.
„Es gibt keinen besseren Ort für mich“
„Ich habe einfach das Gefühl, dass es für mich gerade keinen besseren Ort gibt, um besser zu werden“, begründet Fernández seine Entscheidung. Der FCN habe ihm extrem geholfen, als Fußballer und Mensch zu reifen. „Ich bin körperlich stärker und spielerisch immer selbstbewusster geworden.“ Ein entscheidender Faktor sei das Wohlfühlen im Verein und in der Stadt. „Ich wusste, dass Nürnberg eine große Geschichte und viele Fans hat. Trotzdem bin ich von dieser positiven Verrücktheit überrascht.“
Die schwere Zeit der Verletzungen
Fernández erlitt von Sommer 2024 bis Ende 2025 zwei schwere Verletzungen kurz hintereinander (Sprunggelenk und Meniskus). „Das war verdammt hart“, erinnert er sich. „Andere hätten in meiner Situation vielleicht angefangen, an ihrem Körper und ihrer Zukunft zu zweifeln. Ich habe diese Gedanken aber nicht zugelassen – auch dank meines Umfelds.“ Seine Mutter und Oma kamen aus Spanien nach München, um ihn aufzubauen. Der FC Bayern kümmerte sich intensiv mit Ärzten und Trainern. „Jetzt bin ich ein neuer Javi“, sagt er. Er habe Muskelmasse aufgebaut, mache täglich Stabilisationsübungen und achte auf Ernährung und Schlaf.
Die Leihe nach Nürnberg
Nach seinem Comeback wollte Fernández den Sprung in den Profifußball schaffen. „Die sportliche Leitung von Nürnberg und Trainer Miroslav Klose haben mir das in Aussicht gestellt, sich früh und intensiv um mich bemüht und mich so überzeugt.“ Klose sei als ehemaliger Weltklasse-Stürmer eine Legende, aber „jetzt sehe ich ihn in erster Linie als meinen Trainer.“
Durchbruch in der Rückrunde
In den ersten fünf Spielen nach seinem Wechsel kam Fernández nicht zum Einsatz, in den letzten fünf Zweitliga-Partien stand er dann immer in der Startelf. „Die ersten Wochen waren nicht leicht, weil ich erstmal wieder in den Spiel-Rhythmus kommen und mich an den körperbetonten Fußball der 2. Liga anpassen musste. Dann habe ich mich aber reingekämpft.“ Der Club landete am Ende auf Platz acht. Fernández sieht das Team in der Lage, „in der Liga weiter oben mitzuspielen.“
Geheimnisse von Vincent Kompany
Kompany habe in der vergangenen Saison zwölf Spielern aus dem eigenen NLZ zum Pflichtspiel-Debüt verholfen. „Die Menge der Debüts ist ungewöhnlich. Aber dafür gibt es eine Erklärung: Kompany beschäftigt sich wirklich mit den Jugendspielern und fordert sie. Nach den Profi-Trainings gibt er den Spielern vom Campus regelmäßig extrem ehrliches Feedback und macht oft mit kleinen Gruppen oder einzelnen Spielern Extra-Übungen – das macht auf dem Niveau nicht jeder Trainer.“
Viel Kontakt zum FC Bayern
Während der Leihe habe Fernández viel Kontakt zum FC Bayern, insbesondere zu den Leihspieler-Betreuern Richard Kitzbichler und Timo Kern. „Die beiden melden sich regelmäßig und besuchen mich immer wieder, um über meine Situation und meine Spiele zu sprechen.“ Sein Traum sei es, eines Tages für Bayern in der Bundesliga und Champions League zu spielen. „Jetzt liegt mein Fokus aber erstmal auf Nürnberg.“



