MBC stürzt Bayern-Basketball in tiefe Krise: Dritte Niederlage in Folge in der BBL
MBC stürzt Bayern-Basketball in tiefe Krise

MBC stürzt Bayern-Basketball in tiefe Krise: Dritte Niederlage in Folge in der BBL

Der FC Bayern Basketball steckt in einer ernsthaften sportlichen Krise. Beim Duell der Topscorer unterlag der deutsche Meister dem ersatzgeschwächten Kellerkind Syntainics MBC mit 79:91 (42:42) und kassierte damit bereits die dritte Niederlage in Folge in der Easycredit BBL. Zuletzt mussten die Münchner vor drei Jahren im verlorenen Play-off-Halbfinale gegen Ratiopharm Ulm eine ähnliche Serie hinnehmen.

Peinliche Pleite in Weißenfels

Während der MBC mit seinen Fans nach dem überraschenden Sieg eine ausgelassene Humba feierte, rang Bayerns Weltmeister Niels Gieffey im Dyn-Interview nach Worten: „Wir haben uns nicht gut verkauft. Wir haben uns schlecht verkauft. Keine Ahnung. Wenn ich jetzt in die Analyse reingehen soll: Vielleicht zu viele Offensiv-Rebounds. Charles Callison hat ein ganz starkes Spiel gespielt. Die drei Niederlagen in der Liga am Stück fühlen sich absolut nicht gut an. Wir müssen was dran verändern.“

Der Vorsprung des Tabellenführers auf die Verfolger schmilzt bedenklich, während der MBC unter seinem neuen Trainer Milenko Bogicevic einen Riesen-Schritt Richtung Klassenerhalt machte. Der Liga-Krösus hatte vor einem Jahr in der Stadthalle Weißenfels völlig überraschend auch das Pokal-Halbfinale gegen die Wölfe verloren.

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Ministerpräsident als Zuschauer und Callisons Sternstunde

Für das Spiel des Jahres war sogar Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze in die 40.000-Einwohner-Stadt gekommen. Er sah einen physisch starken und treffsicheren MBC mit einer beeindruckenden Feldwurfquote von 55 Prozent. Nach einem 26:19 im ersten Viertel kamen die Bayern im zweiten Durchgang besser rein und glich zur Halbzeit aus.

In der zweiten Hälfte drehte dann der Weißenfelser Charles Callison auf. Der Routinier erzielte 20 seiner 29 Punkte nach der Pause und verpasste nur knapp seine Karriere-Bestleistung von 32 Punkten. Für die Bayern traf erneut Welt- und Europameister Andreas Obst mit 19 Punkten am besten.

„Ich fühle mich gesegnet“, strahlte MBC-Kapitän Callison nach dem Spiel. „Das ist ein toller Sieg heute. Dank an meine Teamkollegen, den Trainerstab und die harte Arbeit, die wir jeden Tag reinstecken. Das hat sich heute bezahlt gemacht. Darum fühle ich mich gut. Wir haben Charakter gezeigt und bewiesen, dass wir mit den Besten mitspielen können.“

Defensivprobleme und Trainer-Kritik

Die Weißenfelser holten beeindruckende 18 Offensivrebounds und gewannen das Duell um Abpraller unter den Brettern insgesamt mit 39:27. Zu Beginn des Schlussviertels lagen die Bayern bereits mit 21 Punkten zurück. Ein zwischenzeitlicher 16:0-Lauf der Münchner konnte die Hausherren nicht nachhaltig schrecken.

In den letzten Minuten skandierten die Weißenfelser Fans provozierend: „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle“ und grölten den Klassiker: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.“

Bayern-Trainer Svetislav Pešić flüchtete sich in bittere Ironie: „Sehr amüsant ist, dass unsere Gegner in der Bundesliga momentan im Schnitt 90 Punkte gegen uns machen – und das beste Team Europas, Fenerbahce Istanbul, zuletzt nur 76. Das heißt, dass die Spieler und der Coach darüber nachdenken müssen, wie wir verteidigen und was wir in der Bundesliga erreichen wollen: Wollen wir in der Bundesliga spielen und ein paar Spiele gewinnen oder nicht? Ohne Defense geht es nicht.“

MBC mit Familiengefühl und Fokus

Während es bei den Bayern offenbar an der Einstellung fehlte, punktete der MBC genau damit. Pešićs serbischer Kollege Bogicevic analysierte: „Wir haben 40 Minuten mit totalem Fokus, hochkonzentriert und sehr physisch gespielt. Ich bin stolz auf mein Team und die Gruppe, die wir haben. Wir fühlen uns wie eine Familie, dies müssen wir uns beibehalten.“

Der Sieg festigt die Entwicklung des MBC zum Angstgegner für die Bayern und stellt die Münchner vor ernste Fragen zu ihrer aktuellen Form und Mentalität in der heimischen Liga.

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