Basketball-Weltmeister Giffey: Deutscher NCAA-Champion wäre genial
Am anstehenden Wochenende erreicht die verrückteste Phase des Basketball-Jahres ihren Höhepunkt. Nach knapp drei Wochen "March Madness" findet das Final Four der US-Collegemeisterschaft NCAA in Indianapolis statt. Die Halbfinals und das Finale werden im Lucas Oil Stadium ausgetragen, einem Football-Stadion mit Platz für fast 70.000 Zuschauer, was den enormen Stellenwert dieses Turniers unterstreicht.
Drei deutsche Spieler im Final Four
Mit Ivan Kharchenkov von der University of Arizona sowie Eric Reibe und Dwayne Koroma von der University of Connecticut (UConn) sind gleich drei deutsche Talente im Final Four vertreten. Kharchenkovs Wildcats treffen im Halbfinale auf die Michigan Wolverines, während seine Landsleute gegen die Illinois Fighting Illini antreten müssen.
Besonders spektakulär war der Einzug von Reibe und Koroma ins Final Four. Im Viertelfinale lagen sie Sekunden vor Schluss bei gegnerischem Ballbesitz mit zwei Punkten zurück, doch UConn konnte den Ball erobern und mit einem Dreier von knapp hinter der Mittellinie den Sieg erringen.
Giffey erklärt die Faszination von March Madness
Niels Giffey, Basketball-Weltmeister und letzter deutscher NCAA-Champion nach zwei Titeln mit UConn, nahm sich nach Bayerns EuroLeague-Sieg gegen Fenerbahce Istanbul Zeit für ein Interview. Mit einer UConn-Basecap auf dem Kopf sagte er strahlend: "Ich bin schon ready für das Wochenende."
Giffey betonte die Einzigartigkeit des Final Four: "Das wird einfach eines der besten Wochenenden ihres Lebens. Wenn du es ins Final Four geschafft hast, kannst du einfach alles genießen und diese einmalige Erfahrung mitnehmen." Er verglich die Atmosphäre mit anderen Höhepunkten seiner Karriere: "Klar war die Weltmeisterschaft ein absolutes Highlight, aber in diesen drei Wochen spielst du für eine ganze Uni und manchmal sogar für einen ganzen Staat."
Enge Bindung zur Alma Mater
Die Verbindung zu seiner ehemaligen Universität beschrieb Giffey als lebenslang: "Du bist immer Fan. Für uns war es eine Identität und Verbindung, die für das Leben bleibt. Du lebst zusammen, wohnst zusammen in WGs, bist zusammen im Unterricht. Das ist nochmal ganz anders als jetzt als Profi."
Besonders emotional war für ihn das Viertelfinale von UConn: "Das war witzigerweise das erste Spiel, das ich live geguckt habe. Ich war am Handy im Bett und musste aufpassen, dass ich nicht wild rumschreie, weil neben mir meine Frau schon geschlafen hat."
Hoher Druck und große Chancen
Über den enormen Druck im Turnier sagte Giffey: "Der Druck ist extrem und es ist speziell für jüngere Spieler echt schwer, selbst wenn sie mehr Talent haben. Die zerbrechen da manchmal an Situationen." Genau das mache aber auch den Reiz aus: "Dadurch hast du verrückte Spiele oder verrückte Situationen."
Seinen ehemaligen Bayern-Teamkollegen Ivan Kharchenkov traut er viel zu: "Er hatte letzte Saison für uns in den Playoffs schon wichtige Momente, aber er spielt auch jetzt sehr gut. Er ist einfach in jeder Situation grundsolide." Allerdings drückt er im Halbfinale nur bedingt die Daumen: "Im Halbfinale schon, aber nicht fürs Finale."
Abschließend äußerte Giffey einen klaren Wunsch: "Ja, das wäre genial. Einer wird es ganz sicher machen." Mit Blick auf die Chancen seiner Alma Mater UConn zeigte er sich optimistisch: "Ich bin schon überzeugt, dass sie es holen können, speziell nach dem unglaublichen Sieg im letzten Spiel."



