Euroleague-Lehrstunde für den FC Bayern München
Nur fünf Tage nach der bitteren Pokal-Enttäuschung im Halbfinale gegen Außenseiter Bamberg (97:103 n.V.) erlebte der FC Bayern München einen weiteren Abend zum Vergessen. Im Euroleague-Kracher am Donnerstag bei Spitzenteam Real Madrid setzte es eine deutliche 70:93-Niederlage für das Team von Trainer-Legende Svetislav Pesic.
Pokal-Frust lastet auf den Schultern
Dass die Enttäuschung über das Pokal-Aus noch tief sitzt, gestand Bayern-Kapitän Vladimir Lucic bereits vor der Partie: „Wir sind immer noch sehr niedergeschlagen und enttäuscht, nachdem wir im Pokal verloren haben, wieder im Halbfinale wie schon im vergangenen Jahr. Und es war diesmal definitiv noch härter, weil wir zuhause in München verloren haben.“ Diese mentale Belastung war den Münchnern, die zudem auf die erkrankten Weltmeister Andreas Obst und Justus Hollatz sowie den bereits an die Nationalmannschaft abgestellten Europameister Leon Kratzer verzichten mussten, vom Anpfiff an anzumerken.
Real Madrid dominiert von Beginn an
Das erste Viertel entwickelte sich zu einem behäbigen Low-Score-Game, das die Madrilenen mit 19:12 für sich entschieden. In den zweiten zehn Minuten änderte sich die Partie jedoch schlagartig – und zwar nicht zugunsten der Gäste. Real Madrid erzielte allein drei Punkte mehr, als beide Teams zusammen im ersten Viertel erzielt hatten, und baute mit einem 34:21-Viertel zur Halbzeit eine komfortable 53:33-Führung aus. Damit zeichnete sich bereits eine klare Niederlage für den Deutschen Meister beim heimstärksten Team der Euroleague ab, das nun 13 Siege aus 14 Spielen vorweisen kann.
Schadensbegrenzung als einziges Ziel
Im Schlussabschnitt wuchs der Rückstand der Bayern sogar auf satte 31 Punkte an. Zu diesem Zeitpunkt konnte es nur noch um Schadensbegrenzung gehen und darum, eine Rekord-Pleite zu verhindern. Im Jahr 2023 hatten die Münchner bei Reals Erzrivalen FC Barcelona mit 59:98 (Minus 39) eine historische Niederlage erlitten. So schlimm wurde es diesmal nicht, auch weil Real Madrid in den letzten Minuten das Tempo deutlich drosselte. Bester Werfer des Abends war mit 17 Punkten Bayerns Justinian Jessup.
Trainer Pesic analysiert die Niederlage
Bayern-Coach Svetislav Pesic kommentierte die Partie nüchtern: „Dieses Spiel kam für uns in einem schwierigen Moment. Aber: Madrid hat heute Abend auch exzellenten Basketball gespielt.“ Aufgrund der Länderspielpause geht es für die Bayern erst nächsten Freitag mit dem nächsten Euroleague-Duell weiter. Dann treffen Obst und seine Teamkollegen bei Roter Stern Belgrad an. Der Einzug in die K.o.-Phase der Euroleague rückt für den FC Bayern München nach dieser Niederlage in weite Ferne.



