Basketball-Ikone Svetislav Pesic beendet legendäre Trainerlaufbahn
Die europäische Basketball-Welt muss sich von einer lebenden Legende verabschieden. Svetislav Pesic, der 76-jährige Chefcoach des FC Bayern Basketball, hat seinen Rücktritt nach der aktuellen Saison angekündigt. Im Interview mit der „Zeit“ betonte der serbische Trainer: „Ich weiß schon, man glaubt mir nicht, wenn ich sage, dass ich aufhöre. Aber nach dieser Saison reicht es nun wirklich.“
Die Entscheidung im Hotelbett
Die endgültige Entscheidung fiel überraschend in einem Hotelbett. Pesic schildert den Moment: „Vor einem Euroleague-Spiel Anfang Januar lag ich im Hotelbett, und plötzlich habe ich mich gefragt: Was machst du eigentlich hier, bist du verrückt? Du bist bald 77 Jahre alt und immer noch Trainer. Die 90 schaffst du noch, das sind noch 13 Jahre. Da sagte ich mir: Schluss mit Basketball, hör endlich auf!“
Letztes Ziel: Deutscher Meister mit Bayern
Bevor er den Trainerstab endgültig niederlegt, hat Pesic noch ein klares Ziel vor Augen: Mit „seinem“ FC Bayern möchte er noch einmal Deutscher Meister werden. Dieses Vorhaben gewinnt zusätzliche Bedeutung, nachdem der Pokalsieg und das Weiterkommen in der Euroleague in dieser Saison bereits verpasst wurden.
Eine beispiellose Erfolgsbilanz
Svetislav Pesic zählt zu den erfolgreichsten Trainern der europäischen Basketball-Geschichte. Seine beeindruckende Bilanz umfasst:
- Vier deutsche Meisterschaften mit Alba Berlin
- Eine deutsche Meisterschaft mit dem FC Bayern (2014)
- EM-Titel 1993 als Bundestrainer Deutschlands
- Europameisterschafts-Gold 2001 und Weltmeistertitel 2002 mit Jugoslawien
- Olympische Bronzemedaille 2024 mit Serbien gegen Deutschland
- Euroleague-Sieg 2003 mit dem FC Barcelona
- Korac-Cup-Triumph 1995 mit Alba Berlin
Die besondere Verbindung zum FC Bayern
Eigentlich hatte Pesic nach seinem Abschied vom serbischen Nationalteam 2025 eine Auszeit vom Training geplant. Doch als sich die Bayern von Gordon Herbert trennten, kehrte er auf Bitte von Präsident Herbert Hainer nach München zurück. Pesic gesteht: „Ich hätte bei keinem anderen Verein zugesagt, aber mit dem FC Bayern identifiziere ich mich zu 100 Prozent. Das ist mein Herzensverein.“ Bis vor wenigen Monaten war sein Sohn Marko noch Geschäftsführer des Vereins.
Zukunft nach der Trainerkarriere
Dem Basketball-Sport will Pesic auch nach seinem Rücktritt als Cheftrainer verbunden bleiben. Er plant, weiterhin Kurse zu geben und sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. „Aber zum Ende meines Lebens kann ich nicht mehr länger Cheftrainer sein“, erklärt der 76-Jährige realistisch. Passend zu seinem Karriereende erscheint an diesem Mittwoch seine Autobiografie mit dem programmatischen Titel „Immer weiter“ im Handel.
Mit Pesics Rücktritt endet eine Ära im europäischen Basketball. Seine Karriere spannte sich über Jahrzehnte und Kontinente, geprägt von außergewöhnlichem Erfolg und einer tiefen Leidenschaft für den Sport. Der FC Bayern wird in den verbleibenden Spielen der Saison alles daransetzen, seinem Trainer einen würdigen Abschied mit dem Meistertitel zu bereiten.



