Basketball-Pokal: Gavel führt Bamberg zurück ins Rampenlicht nach Jahren der Talfahrt
Basketball-Pokal: Gavel führt Bamberg zurück ins Rampenlicht

Basketball-Pokal: Gavel führt Bamberg zurück ins Rampenlicht nach Jahren der Talfahrt

Nach dem sensationellen Pokal-Coup dachte Bambergs Erfolgscoach Anton Gavel zunächst an seine Frau. „Alles Liebe zum Hochzeitstag“, sagte Gavel, der wegen des Top Four in München den besonderen Tag nicht daheim verbringen konnte. Doch bei seiner Rückkehr hatte er etwas Großes, Silbernes im Gepäck: den Pokal der Basketball-Bundesliga. Damit macht Gavel nicht nur seine Frau, sondern eine ganze Stadt glücklich.

Talfahrt nach einer goldenen Ära

Zu feiern hatten die lange erfolgsverwöhnten Bamberger Fans in der jüngeren Vergangenheit nicht viel. Nach Jahren der Dominanz und zwölf Titeln zwischen 2010 und 2019 ging es für die Franken stetig bergab. Der Rückzug des langjährigen Alleingesellschafters Michael Stoschek und seiner Firma Brose traf den Club finanziell hart. In der vorigen Saison spielte der stolze Verein lange sogar gegen den Abstieg.

„Wir reden über zwei unterschiedliche Galaxien“, sagte Geschäftsführer Philipp Höhne über die Transformation, die der Club bewältigen musste und immer noch muss. „Damals war Bamberg eine der absoluten Top-Adressen in ganz Europa, da konnte nicht mal Bayern München ansatzweise mitreden. Bamberg war stilprägend in Europa.“

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Die Rückkehr einer Legende

Davon sind die Bamberger aktuell zwar noch entfernt, doch immerhin haben die BMA365 Baskets wieder eine identifikationsstarke Mannschaft. Und mit Anton Gavel einen Coach, den die Fans verehren. „Anton ist vorher schon eine Legende gewesen und jetzt macht er sich einfach unsterblich“, sagte Höhne nach dem 74:72 im spannenden Finale gegen Alba Berlin im Münchner SAP Garden.

Gavel, als Spieler viermal deutscher Meister und dreimal Pokalsieger mit Bamberg, ist erst seit vier Jahren Cheftrainer. In seiner ersten Saison holte er mit ratiopharm Ulm sensationell die deutsche Meisterschaft. Nun hat der Deutsch-Slowake, der sich 2024 seiner Frau zuliebe für eine Rückkehr in die fränkische Heimat entschied, Bamberg zum Pokalsieg geführt.

Lob von einer Trainer-Ikone

Schon nach dem 103:97 nach Verlängerung im Halbfinale gegen Topfavorit Bayern München lobte dessen Trainer Svetislav Pesic seinen einstigen Schützling: „Ich bin sehr zufrieden, dass Anton nach seiner erfolgreichen Karriere die Entscheidung getroffen hat, Trainer zu werden. Er war als Spieler genau so, wie seine Mannschaft heute gespielt hat.“

Als Aktiver brachte Gavel auf dem Parkett stets 100 Prozent, etwas, das er als Coach auch von seinen Spielern einfordert. Der Pokalsieg wurde zwar in der Nacht zum Montag gebührend in Bambergs Kneipen gefeiert, soll aber nicht das Ende der Entwicklung sein. „Es ist ein Aufbruch in ein neues Zeitalter“, sagte Höhne. „Wir sind mittlerweile in der Etat-Tabelle eher hinten anzusiedeln, gleichzeitig ist es aber nicht so, dass wir uns einfach ergeben. Wir wollen schon ein ernsthafter Wettbewerber sein.“

Ziele für die Zukunft

Nach der Länderspielpause wollen die Bamberger in der Liga ihren Weg zurück in die Playoffs fortsetzen. Aktuell sind sie Tabellensiebter. „Ich hoffe, dass uns der Pokalsieg noch einmal einen Schub geben kann“, sagte Gavel. „Wir wollen auf jeden Fall in die Playoffs und uns eine gute Ausgangsposition für die kommende Saison verschaffen, um eventuell auch international dabei zu sein“, ergänzte Höhne. Es wäre der nächste Schritt aus der Versenkung zurück ins Rampenlicht für die einstige Basketball-Metropole.

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