Vierter Tag der Wal-Rettung vor Poel: Private Initiative setzt auf 'Wal-Flüsterer'
Die Rettungsaktion für den gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel in der Ostsee geht in ihren vierten Tag. Eine private Initiative, finanziert von Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, versucht, das etwa zwölf Meter lange Tier zu bergen. Am Sonntagmorgen wurden die Vorbereitungen intensiviert, wobei ein als 'Wal-Flüsterer' bezeichneter Experte, Sergio Bambaren, eine zentrale Rolle spielt. Laut Gunz hat der Wal bereits auf Bambaren reagiert, was Hoffnung auf eine erfolgreiche Befreiung weckt.
Rettungsplan und Herausforderungen
Der Rettungsplan sieht vor, den Schlick unter dem Wal wegzuspülen, um ihn mit Luftkissen anzuheben. Anschließend soll das Tier auf einer Plane zwischen zwei Schwimmkörpern in die Nordsee transportiert werden. Allerdings verzögern sich die Arbeiten aufgrund harter Bodenbedingungen und behördlicher Abstimmungen. Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert kritisierte, dass jeder Schritt genehmigt werden müsse, was den Prozess verlangsame. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern unter Minister Till Backhaus duldet die Aktion, hat sie jedoch nicht offiziell genehmigt.
Reaktionen und Kontroversen
Während die Rettungsinitiative auf breite öffentliche Anteilnahme stößt, äußern Organisationen wie Greenpeace Skepsis. Ein Sprecher der Umweltschutzorganisation bezweifelt die Überlebenschancen des geschwächten Wals und warnt vor einem Ertrinken in der Nordsee. Der Deutsche Ethikrat sieht in der Aktion hingegen ein Symbol für Handlungsfähigkeit in Zeiten der Ohnmacht. Vor Ort versammeln sich zahlreiche Schaulustige, die die Entwicklung mit Spannung verfolgen, teils mit Kritik an den Verzögerungen.
Aktueller Stand und Ausblick
Am Sonntag wurden DLRG-Boote und ein Bagger auf einer Schwimmplattform eingesetzt, um die Fahrrinne für den Transport vorzubereiten. Walter Gunz äußerte sich optimistisch, dass der Wal in die richtige Richtung bewegt werden könne. Allerdings bleibt unklar, ob der Transport noch am Wochenende gelingt. Die Tierärztin betonte, dass der Wal trotz Schwäche nicht verhungere, da Buckelwale im Winter wenig Nahrung benötigten. Das Team konzentriert sich nun darauf, den Wal behutsam zu behandeln und auf seine Reaktionen zu achten.



