Unheimlicher Fund im Oberbach: Vier tote Fische sorgen für Entsetzen
Wir sind draußen mal wieder auf Entdeckungstour in der Natur, mein Sohn und ich. Dann kommt es zu einem unerwarteten Anblick, der tiefe Fragen aufwirft und uns beide schaudern lässt.
„Papa, schau mal“: Ein aufgeregter Ruf über den Bach
„Papa, schau mal“, hallt es quer über den Oberbach. Mein Sohn ist aufgeregt und ruft mich sofort herbei. Ist es ein Feuerkäfer? Ein Marienkäfer? Es sind die beiden Insektenarten, die er am liebsten entdeckt, anfasst und früher sogar in den Mund steckte. Schnellen Schrittes eile ich zum Ufer des Oberbachs in der Nähe der großen Brücke, die über selbigen führt.
Was ich sehe, lässt mich stocken. Vier große helle Flecken am Boden des Bachs. Vier weiße Kolosse. Vier riesige Fische. Wie kommen die da hin? Sind sie verendet? Sind es Überbleibsel aus dem eisigen Winter, von der dicken Eisschicht, die sich jeweils über den Tollensesee und den Oberbach zog?
Die Rückkehrer-Kolumne: Ein Blick auf Stadt und Region
In meiner Rückkehrer-Kolumne „Ich bin wieder hier“ schreibe ich über das, was mir in Stadt und Region auffällt. 20 Jahre bin ich durch Deutschland getingelt: In Marburg lernte ich Freunde fürs Leben kennen, in Tübingen Menschen, die mir nie wieder aus dem Kopf gehen sollten. In Düsseldorf erlebte ich, wie hart es sich ganz allein ohne Heimat- und Studienfreunde anfühlt. In Berlin entwickelte ich mich beruflich weiter und gründete eine Familie. Hier reifte der Entschluss: Ich will zurück zu meinen Wurzeln. Über mein neues altes Leben, die Menschen und örtliche Hilfsangebote schreibe ich in dieser Kolumne.
Was steckt hinter den großen Kadavern direkt nebeneinander?
Ich kann meinem Sohn keine wirklich zufriedenstellende Antwort geben. Denn rein auf die Natur zu verweisen, wäre an dieser Stelle wohl falsch. Laut einem ortskundigen Angler handelt es sich bei den aufgefundenen Fischen vermutlich um Zander, die an dieser Stelle abgelegt wurden. So gibt es die Stadt Neubrandenburg auf Nordkurier-Nachfrage an.
Mich stören zwei Dinge:
- Ja, Zander sind gesellige Raubfische, die besonders in kleinen Gruppen oder lockenen Schwärmen jagen. Sie könnten wirklich beisammen eingefroren sein. Aber wahrscheinlicher ist doch, dass jemand mutwillig vier dicke Fische gefangen, sie getötet und dann wieder zurück ins Wasser geworfen hat. Wer macht sowas? Das ist nicht nur Tierquälerei, sondern auch negativ prägend für das Stadtbild.
- Zweitens macht sich ein unbehagliches Gefühl von Gleichgültigkeit breit. Es gehe „nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahr aus“. Es seien derzeit „keine weiteren Maßnahmen vorgesehen“. Es sei „davon auszugehen, dass sich der natürliche Abbauprozess durch die Tierwelt vollzieht“. Für die Entsorgung ist – typisch deutsch – natürlich wer anders zuständig, in diesem Fall die zuständige Landesbehörde, nämlich das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte.
Für Fortgezogene und Rückkehrer: Der Heimweh-Newsletter
Mit dem Heimweh-Newsletter richtet sich der Nordkurier an die vielen Menschen, die Mecklenburg, Vorpommern oder die Uckermark in den vergangenen Jahren verlassen haben, aber noch immer an ihrer Heimat hängen. Wir zeigen Erfolgsgeschichten, inspirierende Menschen, coole Typen und positive Nachrichten aus einer Region, die viele schon abgeschrieben haben. Heimweh erscheint jeden Donnerstag um 18 Uhr neu.
Weg vom Tod: Meine Kinder und ich ziehen weiter
Mir ist klar, dass die Stadt nicht viel mehr machen kann. Aber das klingt nach Achselzucken. Ähnlich habe ich gedacht, als mitten im Winter die bis zu 20 verendeten Kormorane zwischen Vierrademühle und Tollensesee quer über dem Eis verteilt lagen und sich niemand wirklich drum geschert hat, die Kadaver vielleicht zu entsorgen. Viele Rückmeldungen von Bürgern bliesen ins gleiche Horn.
Ich finde: Was auffällt und die Menschen vor Ort bewegt, darf die Zuständigen animieren zu handeln. Eine Mutmaßung darf gelten, wenn jemand noch nicht rechtskräftig verurteilt worden ist, aber nicht, wenn mit Untersuchungen von Kadavern Fakten geschaffen werden könnten und das zumindest optische Problem in diesem Zuge beseitigt werden könnte.
Wir sind auf jeden Fall ganz schön erschrocken und dampfen ab. Die gegenüberliegende Baustelle der kleinen Brücke über den Ölmühlenbach weiß zumindest abzulenken.



