Mecklenburg-Vorpommern: Zahl der Anträge auf SED-Opferrente deutlich gestiegen
SED-Opferrente: Anträge in MV stark angestiegen

Anträge auf SED-Opferrente in Mecklenburg-Vorpommern haben sich verdoppelt

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall stellen weiterhin zahlreiche Menschen in Mecklenburg-Vorpommern Anträge auf die sogenannte SED-Opferrente. Die Landesjustizministerin Jacqueline Bernhardt von der Partei Die Linke gab bekannt, dass im vergangenen Jahr nahezu täglich entsprechende Anträge eingingen. Die Gesamtzahl der Anträge belief sich auf 269, wovon bereits mehr als 70 Prozent positiv beschieden wurden.

Bewilligungen und Auszahlungen im Detail

Laut Angaben des Ministeriums wurden von den 269 Anträgen im Jahr 2025 bisher 192 Antragstellern die monatliche Rente in Höhe von 400 Euro zugesprochen. Insgesamt zahlte das Land Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr rund 13,38 Millionen Euro an SED-Opferrenten aus. Diese Leistungen gingen an 2.970 anerkannte Opfer des DDR-Regimes, die vor dem Jahr 1989 staatlich organisiertes Leid erfahren haben.

Ministerin Bernhardt wies darauf hin, dass sich sowohl die Anzahl der Anträge als auch die der Bewilligungen im Vergleich zum Vorjahr 2024 ungefähr verdoppelt haben. „Dies zeigt deutlich, dass die Aufarbeitung der DDR-Geschichte noch längst nicht abgeschlossen ist“, betonte die Politikerin. Die kontinuierliche Antragstellung unterstreiche die anhaltende Bedeutung dieser historischen Aufarbeitung für die Betroffenen.

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Rechtliche Grundlagen und Voraussetzungen

Die SED-Opferrente existiert seit dem Jahr 2007 und wurde im Jahr 2019 durch eine Verbesserung der Leistungen ergänzt. Anspruch auf diese Rente haben Personen, die in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik eine Haftstrafe von mindestens 90 Tagen verbüßen mussten, sofern diese Strafe mit wesentlichen Grundsätzen einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung unvereinbar war. Eine zwingende Voraussetzung ist die vorherige strafrechtliche Rehabilitation.

Die Anträge werden von einer speziellen Behörde bearbeitet, die fast täglich mit neuen Eingängen konfrontiert ist. Tausende Menschen waren in der DDR aus politischen Gründen verfolgt worden und landeten im Gefängnis. Für diese Betroffenen stellt die SED-Opferrente eine wichtige finanzielle und symbolische Anerkennung ihres erlittenen Unrechts dar.

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