Schweriner verabschieden sich von Kirche St. Martin: Ecolea-Schule zieht in Gotteshaus
Schwerin: Kirche St. Martin schließt nach 50 Jahren

Schweriner Abschied von einem Stück Geschichte: Kirche St. Martin schließt nach fast 50 Jahren

Mit einem bewegenden Gottesdienst am Ostermontag haben sich mehr als 150 Schweriner von der katholischen Kirche St. Martin im Stadtteil Lankow verabschiedet. Nach fast fünf Jahrzehnten wird das Gotteshaus in der Lankower Straße geschlossen. Gemeinsam mit dem angrenzenden Verwaltungstrakt gibt das Erzbistum Hamburg die Immobilie im Zuge einer umfassenden Vermögens- und Immobilienreform auf.

Emotionale Stimmung beim letzten Gottesdienst

Propst Dr. Georg Bergner leitete den Abschiedsgottesdienst, der von tiefer Emotionalität geprägt war. Für viele Gläubige fällt die Trennung von ihrer Kirche besonders schwer. „Für mich ist das alles sehr emotionsgeladen“, erklärte Bernd Loscher, der seit der Gründung vor 50 Jahren aktiv in der Gemeinde mitgewirkt hat. „Ich war seit der Gründung aktiv dabei, auch mit Schaufel und Spaten, und muss jetzt bei der Schließung zusehen. Es war eine sehr schöne Zeit – nicht nur für mich.“

Neue Nutzung durch Privatschule Ecolea

Die historischen Räumlichkeiten der Kirche St. Martin werden nach einem umfassenden Umbau eine neue Bestimmung erhalten. Die Privatschule Ecolea plant, am Standort ihre Grundschule unterzubringen. Damit wandelt sich das ehemalige Gotteshaus von einem spirituellen Zentrum zu einem Ort der Bildung.

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Geschichtsträchtige Vergangenheit der Kirche

Bischof Heinrich Theissing hatte die katholische Kirche in Lankow am 11. Juni 1978 dem Heiligen Martin geweiht. Ursprünglich war das Gebäude von den damaligen staatlichen Stellen der DDR lediglich als „Versammlungsraum“ für den bischöflichen Verwaltungssitz genehmigt worden. Doch in der Lankower Straße entwickelte sich daraus eine selbstständige Kirchengemeinde, deren Blütezeit in den 1980er-Jahren lag.

Musikalischer Abschied mit Collegium musicum

Bereits eine Woche vor dem offiziellen Abschiedsgottesdienst gab es in der Kirche St. Martin ein besonderes Konzert. Das Collegium musicum spielte vor mehr als 150 Besuchern und setzte damit einen würdigen musikalischen Schlusspunkt unter die Geschichte des Gotteshauses. Die beiden Veranstaltungen zusammen zogen somit über 300 Menschen an, die der Kirche die letzte Ehre erwiesen.

Die Schließung der Kirche St. Martin markiert nicht nur das Ende einer Ära für die katholische Gemeinde in Lankow, sondern steht auch beispielhaft für den strukturellen Wandel, den viele Kirchengemeinden in Deutschland durchlaufen. Während die Gläubigen Abschied nehmen müssen, erhält das historische Gebäude mit der neuen schulischen Nutzung eine Zukunftsperspektive.

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