Rostocks Vorpommernbrücke: Erste Aufträge für Millionen-Neubau vergeben
Rostock: Erste Aufträge für Brückenneubau vergeben

Rostocks wichtigste Brücke vor dem Neubau: Erste Planungsaufträge vergeben

Mehr als 14 Millionen Fahrzeuge pro Jahr – das entspricht über 40.000 täglich – rollen über die Vorpommernbrücke in Rostock, die als zentrales Bauwerk die A19 mit dem Stadthafen verbindet. Die aus DDR-Zeiten stammende Brücke nähert sich jedoch dem Ende ihrer maximalen Restnutzungsdauer, die die Stadtverwaltung auf das Jahr 2043 veranschlagt. Nachdem die Hansestadt Rostock vor etwa vier Monaten grünes Licht für die Planungen eines Ersatzneubaus der L22 gegeben hat, sind nun die ersten konkreten Schritte erfolgt.

Statische Probleme seit Jahrzehnten bekannt

Die dreifeldrige Spannbetonbrücke, die zwischen 1983 und 1986 errichtet wurde, kämpft bereits seit langem mit statischen Herausforderungen. Bereits 1998 musste das Tragwerk durch externe Spannungsglieder verstärkt werden, um Standsicherheit und Dauerhaftigkeit zu gewährleisten. Seit Dezember 2020 gelten für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen strenge Auflagen: Sie dürfen nur noch auf dem linken Fahrstreifen verkehren und müssen dabei einen Mindestabstand von 70 Metern einhalten. Diese Maßnahmen wurden aufgrund der statisch-konstruktiven Situation des Bauwerks eingeführt.

Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden am 11. September 2024, ebenfalls eine Spannbetonbrücke, hat das Thema Brückensicherheit deutschlandweit in den Fokus gerückt und unterstreicht die Dringlichkeit der Erneuerungsmaßnahmen in Rostock.

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Erste Aufträge für umfangreiches Planungsverfahren

Aktuell laufen bereits die ersten Vermessungsarbeiten an der Brücke, und erste Planungsaufträge wurden vergeben. Dazu gehören unter anderem die Entwurfsvermessung sowie die Erarbeitung einer faunistischen Planungsraumanalyse, bei der geschützte Pflanzen und Tiere im Umfeld der Brücke untersucht werden. Stadtsprecher Ulrich Kunze bestätigt: „Die Aufgabenstellungen für die ersten europaweiten Ausschreibungen werden derzeit in den entsprechenden Abteilungen bearbeitet.“ Diese Ausschreibungen sollen dem zuständigen Wirtschafts- und Vergabeausschuss vorgelegt werden.

Geplant ist ein neues, 175 Meter langes Brückenbauwerk, das in zwei Bauetappen realisiert werden soll. Zunächst soll nördlich der bestehenden Brücke ein neues Bauwerk entstehen, anschließend wird die alte Brücke abgerissen und der südliche Teil errichtet. Eine Machbarkeitsstudie beziffert die Kosten für dieses Großprojekt auf etwa 103 Millionen Euro.

Finanzierung und weitere Sanierungsmaßnahmen

Die Finanzierung der ersten Planungsphasen soll nach aktuellem Stand aus dem städtischen Kernhaushalt des Tiefbauamtes erfolgen. Die Stadtverwaltung lässt jedoch die Möglichkeit offen, dass Sonderschulden des Bundes im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur für den Brückenbau genutzt werden könnten. Die endgültige Finanzierung wird im Laufe des Projekts auf Basis neuester Kostenschätzungen entwickelt.

Parallel zum Brückenneubau plant die Stadt auch die Sanierung weiterer Abschnitte der L22 zwischen der Brücke und der A19. In diesem Bereich liegen seit den 1980er-Jahren Betonplatten im Boden, die mittlerweile zu Rissen in der Fahrbahn führen. Auf der meistbefahrenen Straße Mecklenburg-Vorpommerns stehen somit in den kommenden Jahren umfangreiche Baumaßnahmen an, die mit Verkehrseinschränkungen, Sperrungen und Baustellen einhergehen werden.

Mit der Vergabe erster Aufträge und der Initiierung europaweiter Ausschreibungen hat der langwierige Prozess des Brückenneubaus nun offiziell begonnen. Bis 2043, wenn die maximale Restnutzungsdauer der alten Vorpommernbrücke endet, soll ein modernes und sicheres Bauwerk die Warnow überspannen und den stetig wachsenden Verkehrsströmen gewachsen sein.

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