Poeler Kogge „Wissemara“ vor dem Aus: Förderverein stellt Insolvenzantrag
Poeler Kogge vor dem Aus: Förderverein insolvent

Poeler Kogge „Wissemara“ vor dem endgültigen Aus: Förderverein stellt Insolvenzantrag

In Wismar steht ein bedeutendes Stück maritimer Geschichte vor dem Ende. Der Förderverein „Poeler Kogge“ hat einen Insolvenzantrag gestellt, wie der Verein in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab. Dieser Schritt sei „kein Ausdruck eines Scheiterns, sondern notwendig und gesetzlich vorgegeben“, betonten die Verantwortlichen. Die Entscheidung folgt auf Berichte mehrerer Medien über die prekäre Situation des Traditionssegelschiffes.

Schädlingsbefall macht Kogge unseetüchtig

Das Kernproblem der „Wissemara“ ist ein fortgeschrittener Schädlingsbefall im Holz, der das Schiff nicht mehr seetauglich macht. Wie der Verein mitteilte, erhält die Kogge kein Sicherheitszertifikat mehr. Der Befall sei altersbedingt so gravierend, dass nur eine vollständige Entkernung des Schiffes eine abschließende technische Beurteilung ermöglichen würde. Doch selbst diese Maßnahme würde die grundlegenden Probleme nicht lösen.

Die aus Kiefernholz gebaute Poeler Kogge war 21 Jahre lang in Betrieb und stellte einen originalgetreuen Nachbau einer hanseatischen Kogge aus dem 14. Jahrhundert dar. Nun steht das maritime Kulturgut vor einer existenziellen Entscheidung: Entweder muss die Kogge komplett neu gebaut oder abgewrackt werden.

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Finanzielle Mittel fehlen für beide Optionen

Der Förderverein sieht sich außerstande, für eine der beiden notwendigen Maßnahmen aufzukommen. „Weder für einen Neubau des Schiffes noch für dessen Abwracken ist Geld da“, erklärte der Verein. Diese finanzielle Notlage hat letztlich zur Entscheidung geführt, den Insolvenzantrag zu stellen.

Die „Wissemara“ war nicht nur ein touristisches Aushängeschild für Wismar und die Region Nordwestmecklenburg, sondern auch ein lebendiges Zeugnis hanseatischer Schifffahrtsgeschichte. Ihr mögliches Verschwinden würde eine Lücke in der maritimen Kulturlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns hinterlassen.

Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, denen Vereine bei der Erhaltung historischer Schiffe gegenüberstehen. Neben dem regelmäßigen Unterhalt und der Wartung können unvorhergesehene Schäden wie der massive Schädlingsbefall existenzbedrohend werden, wenn keine ausreichenden finanziellen Rücklagen vorhanden sind.

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